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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 43

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 43 (sequence 28)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 43 betbuch zu den kanonischen Schriften zählte, weil er eine Stelle daraus mit der Einleitungsformel שנאמר zitiert1), womit er sonst, noch dem Sprachgebrauch der Mischna und des Talmud lediglich Zitate aus der Bibel anführt. So lange wir keinen anderen Beweis für die Annähme haben, daß unsere Sekte einen von den Pharisäern abweichenden Schriftkanon hatte, als die Tatsache, daß in unserer Schrift das Testament Levi2 3) einmal zitiert wird, ist diese Behauptung ganz entschieden zurückzuweisen8). Schwierig dagegen ist die Frage nach der Beschaffenheit des Bibeltextes unserer Schrift, da die Abweichungen vom massoretischen Texte sogar in den direkten Zitaten4 * * *•) *) Jad, Mat. ‘Anijjim X, 3: שנאמר שועת עניים רפד״, das dem Nischmatgebete — sephardische Version! — entnommen ist. Die Formel שנאמד ohne weitere Quellenangabe setzt voraus, daß der Leser die zitierte Quelle kennt, was bei der Einleitungsformel אמר עליהם לוי בן יעקב nicht einmal der Fall ist, denn der Name Levi dient zugleich als Autorname, wie auch die mittelalterlichen Schriftsteilen profane Quellen mit אמר אםלט*ן, אמר אריסטו usw. anführen. Im Talmud werden bekanntlich Zitate aus Ben Sira mit den Einleitungsformeln דכתיב ,שנאמר angeführt — Zunz, Gottesdienstl. Vorträge 2, S. 107, Vgl. 402—, was aber m. E. gar nichts für das kanonische Ansehen dieser Schrift beweist. Fänden sich im Talmud Zitate aus Homer, so würden dieselben wohl auch nicht anders angeführt worden sein, als mit אמר המירום oder דכתיב בספר המירוס. 2) Der Hinweis auf das Pseudepigraph, »die Worte Jeremias« —20 ,8 י — rührt vielleicht von einem Leser her und nicht vom Verfasser unserer Schrift. 3) Ebenso unbegründet wäre es, dem Verfasser der Epistel Juda einen Schriftkanon zuzuschreiben, in welchen das Buch Henoch aufgenommen war, weil er — 14 — dieses Pseudepigraph als die Prophetie Henochs bezeichnet. 4) D. h. solche, die mit den üblichen Zitationsformeln, wie כתוב אמר, u. dgl. mehr eingeleitet sind. Indirekte Zitate, d. h. solche biblische Ausdrücke und Sätze, die nicht als Zitate bezeichnet sind, beweisen für die Textgestalt der Bibel gar nichts, da häufig absichtlich der biblische Wortlaut geändert wurde, sei es um die eigene Sprachgegewandtheit zu bekunden, sei es darum, weil die uneigentliche An- Wendung eine kleine Veränderung verlangt. So ist 1, 15 — vgl.

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