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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 42

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 42 (sequence 27)
Language
German
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42 Eine unbekannte jüdische Sekte. die Worte Elisebas an Gehazi1) einschloß. Die Voraus- Setzung, daß eine gemeinsame Zitationsformel einen gleichartigen Wert der zitierten Schriften bedingt, beruht auf einem Irrtum. Die genannten Pseudepigraphen werden wie die biblischen Schriften mit אמר eingeführt, und sie standen sicher im hohen Ansehen bei unserer Sekte. Dafür aber, daß sie ihr als kanonisch oder auch nur halbkanonisch galten, fehlt jeder Anhaltspunkt. Man müßte denn zugleich annehmen, daß dem Verfasser der Mischna die Fastenrolle oder die Halachasammlung der Hilleliten für kanonisch galten, weil sie genau so zitiert2) werden wie biblische Schriften. Ja man könnte sogar noch weiter gehen und behaupten, daß Maimonides das Gegenden Form eine paränetische Bearbeitung einer älteren Legenden- Sammlung ist, die wohl auch unserer Schrift vorlag. Levi erscheint auch in der Assenathlegende wie im Midrasch als Prophet, so daß eine von den Test, der XII Patriarchen unabhängige Quelle für diese Rolle des Levi in unserer Schrift anzunehmen sein dürfte. Wenn man von dem späteren Zusatz 16, 3 absieht, so ist die Benutzung des Buches der Jubiläen in unserer Schrift gleichfalls sehr problematisch. *) Greßmann, ZDMG., LXVI, 495 findet in 8, 20 unsere Schrift, die als das gemeinsame Werk des Jeremias und Elisa bezeichnet wird. Das Deboralied, das Richter V, 1 Debora und Barak zugeschrieben wird, ist eine Parallele zu einer solchen gemeinsamen Schrift. Er hat aber eine Kleinigkeit übersehen; Debora und Barak waren Zeit- und Amtsgenossen, so daß die Angäbe, Richter V, 1 nichts Auffallendes bietet, daß aber Männer, die von einander durch einige Jahrhunderte getrennt sind, zu den gemeinsamen Verfassern einer Schrift gemacht werden könnten, ist eine so ungeheuerliche Annahme, daß man sie höchstens als einen Spaß gelten lassen kann. Vgl. übrigens das anderweitig von mir zur Stelle Bemerkte, wo wahrscheinlich gemacht ist, daß in 8,20 auf ein Zitat im IV. Ezra verwiesen wird. Ein Elisa zageschriebenes Pseudepigraph ist sonst nicht bekannt, aber das ist kein Grund zur Annahme, daß ein solches nie existiert hat. s) Vgl. TaanitII, 8 הכתוב בס:, תעי; Chag. 1,5, wo in derselben Mischna נאמר zuerst auf die hiilelitische Halacha I, 2 verweist und dann auf Deut. XVI, 17. Die Lesart אמרו in ed. Lowe ist spätere Korrektur.

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