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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 40

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 40 (sequence 25)
Language
German
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40 Eine unbekannte jüdische Sekte. Mischnaordnung Moed — etwa eines Siebentels der ganzen Mischna — scheint den Pentateuch nicht sehr hoch geschätzt zu haben, da nur fünfzehn1) Zitate daraus gegeben sind, während aus den nicht-pentateuchischen Büchern siebenundzwanzig Stellen angeführt sind. Besonders minderwertig unter den Büchern der Bibel muß das erste Buch Moses diesen Pharisäern gegolten haben, da es in der Mischnah bedeutend seltener zitiert wird, als z. B. der Psalter oder Jesaia2 3 *). Die nach-mischnischen Samm- Jungen der Tanna,im rührten danach sicher von Männern her, die dem apokalyptischen Pharisäismus angehören. Gesetzliehe Pharisäer würden doch nicht Leviticus zu Gunsten Jesaias vernachlässigt haben, wie dies z. B. in der Mechilta der Fall ist, in der hundertsechsundsiebzig Zitate aus Jesaia und nur hundertundelf aus Leviticus gegeben sind8). Die Absurdität solcher statistischer Weisheit ist so augenfällig, daß wir uns wohl die Mühe sparen können, weiter darauf einzugehen. Von einem Gegensafcz in der Wertschätzung der Gesetze und der Propheten ist in der rabbinischen Literatur keine Spur zu finden. Die Mischna als eine Gesetzsammlung, die kaum ein Prozent Haggada enthält, zitiert natürlich den Pentateuch und besonders dessen gesetzlichen Teile viel häufiger als die paränetischen und historischen Bücher der Bibel. Wie aber schon oben ausgeführt worden ist, gibt es nichtsdestoweniger viele Halachot in der Mischna, die von den nicht-pentacheuchischen Schriften abgeleitet sind, ln der nicht lange nach der Mischna redigierten Tosefta, die, obwohl sie wesentlich eine halachische Sammlung ist, mehr Haggada und halachischen Midrasch enthält, als die l) Genauer 13, da Joma III, 8; III, 3 und VI, 2 dasselbe Zitat haben. s) Vgl. Aichers Register a. a. O. 3) Vgl. das Stellenverzeichnis in Friedtnanns Ausgabe der M.echilta.

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