Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 24)
- Language
- German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 39 ausdrücklich als Zitate1) gekennzeichnet sind, zusammenstellt, und findet dabei, daß der Pentateuch zehn, die Propheten elf-und die Hagiographen einmal zitiert sind. Ergo, argumentiert er, müssen die Propheten für unsere Sekte von gleichwertiger Autorität wie der Pentateuch sein. Es zeigt aber diese Beweisführung, daß Statistik einem Theologen ebenso verhängnisvoll werden kann, wie Theologie einem Statistiker. Vermittelst dieser statistischen Methode ließe sich nachweisen, daß der Redaktor des Mischnatraktats Abot nicht zu den Vertretern des gesetzlichen Pharisäismus gehörte, da in diesem zweiundzwanzig Zitate aus den nicht-pentateuchischen Büchern und nur sechs aus dem Pentateuch angeführt sind. Ja sogar der Verfasser . der l) Oie Einführungsfortnein sind כמד. שנאמר כאשר אמר in der tannaitischen Literatur, Sota VIII, .1; Sifre D. 301; כאשר כתוב oder ככתוב — geschrieben כ״כ —, welche letztere Form auch in der rabbini* sehen Literatur häufig ist. Subjekt zu אמר ist wohl הכתוב, wie aus den in der rabbinischen Literatur gebrauchten Ausdrücken אמד הכתוב oder הכתיב אומי hervorgeht, obwohl auch möglich wäre, daß אל Gott oder der Verfasser des betreffenden Buches nach אמר zu ergänzen ist, da auch אמר אל und א' ישעי,, א׳ משה vorkommt. In der rabbinischen Literatur wird ,א׳ הקביד von den Tannaim, אם, שכינה ,א' רוה״ק von den Amoraim gebraucht. Die Anführung einer Pentateuchstelle mit אי משה ist auch rabbinisch, Sifre D. 1; Joma 70b; Jebamot 49b, jedoch wird nirgends eine »gesetzliche« Stelle des Pentateuchs so angeführt. Der babylonische Talmud gebraucht in diesem Falle א' רחמנא »der Barmherzige sagt«. Die Stelle 5, 8, die aus mehreren Gründen verdächtig ist — vgl. oben darüber ־־־ ist daher schon durch die Zitierungsformel משה אמר, höchst auffällig. Die Formel ביד יחזק׳, זכריה entspricht dem על יהי der rabbinischen Literatur; vgl. Schek. 1, 5; Tamid III, 7; Middot IV, 2; Abot VI, 6, während כתוב בדברי in der liturgischen Form ובדברי קדשך כתוב eine Parallele hat. Unbekannt der rabbinischen Literatur ist die Verwendung von ואשר אמר zur Einleitung eines neuen Abschnittes — 8, 14; 9,2 — und ist zu übersetzen »Und was den Vers anbetrifft«. Charles hat in seiner Einleitung die Zitierungsformen zusammengestellt, ohne aber auf die entsprechenden Parallelen in der rabbinischen Literatur hinzuweisen, obwohl ihm Bachers Terminologie ,das notwendige Ma-? terial gegeben hätte. Die Parallelen aus dem N. T. sind nicht sorgfähig gewählt; kann für ככתוב wie כאשר כ׳ stehen.