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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 37

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 37 (sequence 22)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 37 Stelle unserer Schrift eine Halacha aus dem zitierten biblischen Verse abgeleitet, sondern er wird herangezogen, um die ethische Bedeutung der Halacha zu betonen. Auch 16, 14 wird, wie oben z. St. näher nachgewiesen wurde, aus Micha VII, 2 keine Halacha abgeleitet, sondern unsere Schrift verwendet in echt midraschischer Weise die Worte des Propheten gegen diejenigen, welche nur dem Worte des Gesetzes zu genügen bestrebt sind, ohne sich um seinen Geist zu kümmern, und als Beispiel dafür wird der erwähnt, der das Gesetz — Deut. XXIII, 26 — zu umgehen sucht. Mit Rücksicht auf die besprochenen drei Stellen ist es daher höchst unwahrscheinlich, daß — 9, 9 — mit den Worten אשר אטד לא תושיעך ידך auf 11 Sam. XXV, 26 verwiesen wird, denn im vorliegenden Falle hätten wir dann die Ableitung einer Halacha aus einem prophetischen Buche, was sonst in unserer Schrift sich nicht nachweisen läßt. Es ist daher viel wahrscheinlicher, daß hier ein Zitat aus der Mischna der Sekte, dem 1ספר ההגו!, vorliegt, wo diese auch in der rabbinischen Literatur sich findende Halacha gegeben war: »Nicht darf dir deine eigene Hand Recht verschaffen« לא תושיעך ירך לך• Dieses Gesetz wird in unserer Schrift näher erläutert, indem darauf hingewiesen wird, daß nur dem Gerichte das Recht zustehe, einen Eid zu verlangen2). Daher auch die sonst schwer zu erklärende Differenz zwischen der Fassung dieses Satzes in Sam. a. a. O. und in unserer Schrift; das ספר ההגו zitierte nicht das Schriftwort, sondern formulierte das Gesetz in einer Ferm, die daran anklingt. Diese Auffassung beseitigt auch eine andere Schwierigkeit; falls wir es nämlich mit der Ableitung ’) Vgl. oben über diese Mischna der Sekte. Die Zitierungs• formet אשר אמר beweist natürlich nicht, daß diese Schrift kanonisches Ansehen genoß; vgl. weiter unten. *) Vgl. darüber oben.

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