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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 34

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 34 (sequence 19)
Language
German
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34 Eine unbekannte jüdische Sekte. gelten1) dürfen. Die von unserer Schrift mit Bezug auf gesetzliehe Fragen angeführten Prophetenworte sind daher nur Illustrationen für den religiösen oder ethischen Inhalt des Gesetzes. Daß die Propheten die berufenen Lehrer der Religion und Ethik sind, unterliegt auch für unsere Schrift keinem Zweifel. Das Verbot der Rache — Lev. XIX, 18 — wird an einem konkreten Falle illustriert — 9, 2 —, jedoch wird hinzugefügt, daß dieses im Pentateuch gegebene Gesetz uns keine Pflicht den Sündern gegenüber auferlege, da sogar Gott selbst vom Propheten Nahum — I, 2 — als ein solcher beschrieben werde, der Rache übe an seinen Widersachern und der seinen Feinden nachtrage. Die Worte des Propheten werden nicht als Quelle einer Halacha angeführt, sondern sie werden nur als ein Kommentar zum pentateuchischen Verbote zitiert. Übrigens ist noch zu bemerken, daß in der rabbinischen Literatur eine beinahe wörtliche Parallele zu diesem Ausspruche unserer Schrift sich findet. Gen. r.2) XV, 3 heißt es: Israel sprach zu Gott: Du schreibst in deiner Thorah, »du sollst dich nicht rächen und nichts nachtragen den Kindern deines Volkes«, während du selbst rachsüchtig bist und Groll nachträgst, wie Da dieser Prophet ausdrücklich die Worte »und wenn du nicht genug — Frauen — hast, so hatte ich dir noch so viele hinzugefugt« gebraucht, so ergibt sich, daß unsere Schrift nicht allein bei David, sondern auch bei diesem Propheten Unkenntnis des Gesetzes, das Polygamie verbietet, voraussetzt. Es folgt daraus, daß keine Degradierung Davids beabsichtigt ist, sondern daß, wie oben bereits näher ausgeführt worden ist, David als das Ideal eines Frommen in den Tagen vorder Auffindung des Gesetzes besonders hervorgehoben wird. Wie unsere Schrift die erwähnten Worte des Propheten, die in der Bibel als eine Offenbarung Gottes gegeben sind, mit ihrer Ansicht über die Ungesetzlichkeit der Polygamie vereinigte, läßt sich mit Bestimmtheit nicht sagen. Wahrscheinlich, galt ihr als die eigentliche Offenbarung Gottes nur die angekündigte Strafe — Vers 11 ff —, aber nicht die einleitenden Worte. 2) Vgl. auch Koh. r. zu VIII, 4 und Ab. sar. 4 a.

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