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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 33

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 33 (sequence 18)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 33 wie von jenen gelehrt, jedoch während in den Talmuden1) zur Begründung desselben ausdrücklich auf Jeremia XVII, 21 ff. hingewiesen wird, schweigt unsere Schrift sich gänzlich über die Quelle dieses Verbotes aus. Die Tannaim2 3) ferner berufen sich häufig auf die frommen Richter und Könige als Autoritäten für die richtige Auslegung des Gesetzes, dagegen wird in unserer Schrift — 5, 2 — hervorgehoben, daß sogar der fromme David8) des Gesetzes unkundig war, indem dieThorah seit dem Tode Josuas in Vergessenheit geriet und erst unter Joschijahu wieder aufgefunden wurde. Damit aber ist zugleich erklärt, daß keine der prophetischen Schriften, die der Zeit Joschijahus vorausgingen, als Gesetzesquelle gebraucht werden kann. Der Passus gegen David macht sogar den Eindruck, als wäre er gegen die Ansicht der Tannaim4 * * *) gerichtet, die aus den Worten Nathans an David — II Sam. XU, 8 — folgern, daß ein König achtzehn Frauen ehelichen dürfe. Eben darum wird von unserer Schrift hervorgehoben, daß weder David noch sein Prophet Nathan als Autoritäten auf gesetzlichem Gebiete 1) Jer. Schabbat I, 26; Babli Horajjot 4a uud Jom Tob 12a; vgl. meine Geonica I, 81. Natürlich sehen die Rabbinen in den Worten des Propheten nicht die Offenbarung neuer Gesetze, sondern diese galten ihnen als die autoritative Auslegung für die im Pentatcuch verbotene מלאכה, die auch das Tragen einschließt. 2) Vgl. z. B. Beracbot Ende; Schek. VI, 6; vgl. auch oben S. 30 f. Zu den wenigen halachiscben Deraschot des Schammai gehört auch die zu II Sam. IX, 9, Vgl. Kidd. 43a und Bacher in der Monatsschrift LIl, 708 ff. 3) Wie schon oben nachgewiesen worden ist, läßt sich die Ansicht, wonach unsere Schrift antidavidisch ist, nicht aufrecht halten. David wird vielmehr als ein Beispiel dafür angeführt, daß sogar die Frommen in der Zeit vor »der Auffindung der Thorah« nicht gesetzkundig waren. Es sei zugleich hier bemerkt, daß auch die Tannaim — Sifre Num. 40 — einen ähnlichen Vorwurf gegen David erheben; vgl. auch Sota 35a: »David kam zum Falle dadurch, daß er ein Gesetz vergaß, das sogar Schulkinder wissen!« *) Vgl. Sanh. II, 4 und die Zurückführung dieser Halacha auf die Worte Nathans im Talmud das. 21a. Vgl. auch oben. Monatsschrift, 58. Jahrgang. 3

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