Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine unbekannte jüdische Sekte
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Eine unbekannte jüdische Sekte. und sprach: Welchen Lohn wird mir der König geben? der andere zitterte und sprach: Welches Urteil wird der König über mich sprechen. Würde uns der Midrasch Bereschit r. nur fragmentarisch vorliegen wie unsere Schrift, so ließe sich ja ein Stjäck Apokalyptik in seinen Text hineininterpretieren; Gott, der König, setzte auf die Gefangennahme Satans, des Räuberhau otmanns, hohe Belohnung aus usw. Leider aber ist der Schluß dieser Midraschstelle erhalten; er lautet: Ebenso ängstlich werden dereinst die Juden und die Götzendiener sein. Die Juden werden ängstlich sein: »Bebend flüchten sie zu Gott und zu seiner Gnade am Ende der Tage« — Hos. 111, 5 — und die Götzendiener werden sich fürchten, wie es heißt — Jes. XXXIII, 14 — »ln Zion werden die Sünder zittern«. Der Räuberhauptmann ist demnach ein ganz gewöhnlicher Sterblicher, dem es um die Denare der Leute zu tun ist und nicht um deren Seelenl An einer anderen Stelle dieses Mjdrasch — LXXVII, 2 — wird mit Bezug auf den Mann, mit dem Jakob kämpfte — Gen- XXXll, 25 — bemerkt: Er erschien Jakob als ein »Räuberhauptmann«, KameeleundSchafe vor sich her treibend, was doch wohl auch auf einen leibhaftigen ארכיליסמיס hinweist, und nicht auf Satan. Qreßmann jedoch ist nicht damit zufrieden, all die Stellen jn unserer Schrift, die vom Lügenschwätzer sprechen, auf Satan zu beziehen, weil dieser an einer Stelle angeblich als ein solcher bezeichnet \verde, sondern er geht noch weiter, indem er behauptet, d2jS man diesem vermenschlichten Teufel »Wunder zugetraut habe, durch die er sich a|s den falschen Messias ausgebe«; denn wenn es 1, 1& heißt, daß er die Israeliten in die weglose Wüste lockt und dort die ewigen Berge versinken läßt, so denkt man an die Wunder, die Deuterojesaja für die messianische Zeit verk ündet hat. Man glaubt wirklich einen Barnabas oder Origenes rediyivüs vor sich zu haben, wenn man diese Allegoristik liest. Die Worte unserer Schrift lassen für jeden, der sehen kann und sehen will.