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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 18 (sequence 3)
Language
German
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13 Eine unbekannte jüdische Sekte. begleitet1) immer den Sünder, den er erst verläßt, wenn er zum Guten sich wendet8). Ich habe jedoch schweres Bedenken gegen die Echtheit dieser Stelle, denn, abgesehen von den oben vorgebrachten Gründen für deren Ausscheidung als einer späteren Glosse, ist noch darauf hinzuweisen, daß in unsererSchrift Beliaaldie durchgehende Bezeichnung für Satan ist, und es wäre doch höchst auffällig, ihn an dieser Stelle als »Mastema« oder »Engel der Mastema« zu finden. Allerdings kommt im Buche der Jubiläen neben Mastema auch Beliaal vor, so daß unsere Schrift sich nur darin von diesem Buche unterschiede, daß sie Beliaal als die gewöhnliehe Bezeichnung Satans gebraucht und daneben auch Mastema, während der Gebrauch dieser beiden Namen im Buche der Jubiläen gerade im umgekehrten Verhältnisse steht. Jedoch ist es sehr zweifelhaft, ob überhaupt Beliaal als Eigenname dem Buche der Jubiläen bekannt ht. Die Sünder werden — XV, 33 — als Söhne Beliaals bezeichnet, aber so auch schon Deut.8) XIII, 14; und so bleibt nur noch die Stelle I, 20 übrig, wo Moses zu Gott betete: »daß der Geist des Belhor (= Beliaal) Israel nicht beherrsche, um sie vor dir zu verklagen und sie von denken mag — vgl. weiter unten darüber —, so herrscht darüber keine Meinungsverschiedenheit, daß ihr Fürst ein Engel ist. In der rabbinischen Literatur findet sich der Ausdruck מלאך המלת »Todesengel« sehr häufig, dieser aber ist kein anderer als Satan; vgl. Baba Batra 15 a. ג) Maimonides Moreh III, 23 findet in dem Ausspruche des Talmud Chag. 16 a über die beiden Engel, welche jeden Menschen begleiten, die Lehre ausgedrückt, daß sowohl Satan, wie »der gute Trieb« immer in der Begleitung des Menschen sich befinden. D. h. sobald er eine innere Wandlung durchgemacht hat; ganz ähnlich dem Ausspruch Kidd. 49b:.ע״מ שאני צדיק . . ♦ ד,רד,ר תשובה י) Die tannaitisehe Exegese — Sifri D. 91; Midr. Tann. 66; Sanh. 111b — erklärt auf Grund dieser Stelle בליעל alsein aus בלי »ohne« und על »Joch« gebildetes Compositum, wonach בני בליעל »Söhne der Gesetzlosigkeit« bedeutet und daher sehr passend vom Buche der Jubiläen zur Bezeichnung der Helleiiisten gebraucht wird.

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