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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 14

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums
Date
1914-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums. der Sittlichkeit, die er fordert, und deren Forderung schlechterdings sein Wesen ausmacht«. (Ethik des reinen Willens, 3. 83.) Die Propheten erkannten Gott als Idee des Guten. »Er hat dir gesagt, o Mensch, was gut ist« (Micha V!, 18). Gott verkündet die Sittlichkeit. Gott ist das, was er verkündet. Dies ist eben der Begriff der Offenbarung, daß Gott im Verkünden des Guten sich dem Menschen offenbart. Und nur in diesem Verkünden des Guten offenbart sich Gott dem Menschen; nur in der Sittlichkeit erkennt der Mensch den wahren Gott. Die Sittlichkeit allein ist sein Amt. Und wenn der Gott der Propheten vom Menschen fordert, daß er ihn erkenne und liebe; so wird hiermit vom Mensehen gefordert, daß er die Sittlichkeit erkenne und liebe. Gott erkennen, heißt daher nicht seine Natur erkennen. Wie sagten ja die Propheten? Gott kennt die Wege des Menschen und die Gedanken des Herzens, aber Gottes Wege und Gottes Gedanken sind nicht des Menschen Wege. »Wolltest du das Geheimnis der Gottheit finden?« Der Prophet befreit sich von dem Interesse an der Natur Gottes und begeistert sich umsomehr für das Interesse an der Verkündung Gottes: »Nicht was Gott sei, soll Gott mich lehren; sondern was der Mensch sei«. Da ist der tiefste Unterschied zwischen den mythischen Religionen und der prophetischen Religion. Die Götter der Mythen verkünden Glück oder Unglück, Sieg oder Untergang, nicht aber, was gut sei. Der Mythos hat ein Interesse an der Natur Gottes, die Religion der Propheten an der Sittlichkeit Gottes. So ist Gott der Propheten transcendental; und sie waren die ersten, die diese Transcendenz erdacht haben. Daher gibt sich die jüdische Religionsphilosophie mit der neugierigen Frage nach dem absoluten Wesen Gottes nicht ab. Nur sittliche Attribute dürfen von ihm ausgesagt werden. Das Wesen Gottes wird in seinem Verhältnis zum Menschen bestimmt. Die Transcendenz schließt eine Immarienz ein. Freilich ist Gott nicht Natur. Er kann daher nicht

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