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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 13

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums
Date
1914-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums. 13 sittlichen Seins im Sein der Natur noch nicht gewährleistet. Erst die Gottesidee kann diese Gewährleistung bringen. Es besteht in der Gottesidee nicht bloß ein Zusammenhang zwischen zwei selbständigen Inhalten, dem der Logik und dem der Ethik: Sein der Natur und Sein des Sittlichen; sondern eine doppelte Korrelation des Seins zum Denken und zum Wollen. Diese Korrelation ergibt den Begriff der Wahrheit. In der Logik wird die Wahrheit ergründet. Wird nicht die Wahrheit erst in der Ethik gefunden? Gibt es also zwei Wahrheiten? Jetzt wissen wir es: die Naturerkenntnäs allein ist noch nicht Wahrheit, ebensowenig die sittliche Erkenntnis allein. So eng ist der Zusammenhang dieser zwei Erkenntnisarten. Freilich nimmt die Logik ihren Ausgangspunkt in den mathematischen Naturwissenschaften als Prototyp der. reinen Erkenntnisse, aber sie erstreckt sich auf die Geisteswissenschaften, auf Recht und Geschichts- Philosophie, deren Logik die Ethik bildet. Diese Einheit von Logik und Ethik vollzieht sich im Problem der Wahrheit. »Wahrheit bedeutet den Zusammenhang und den Einklang des theoretischen und des ethischen Problems«. (Ethik des reinen Willens, S. 85), Zusammenhang und Einklang, nicht aber Identität. Diese Verbindung in der Trennung ergibt sich aus dem prophetischen Gottesbegriff. Denn er besagt doch uns: Natur ist nicht Sittlichkeit, wie Sittlichkeit nicht Natur, aber sie schließen sich gegenseitig nicht aus; die Sittlichkeit entbehrt nicht der Natur, der Wahrheit fehlt nicht die Wirklichkeit. Das ist die prophetisehe Auffassung der Gottesidee: Gott der Sittlichkeit ist Gott der Wahrheit. Er ist Urquell des Sittlichen und Schöpfer der Natur. »Gott ist wahr und Gott ist die Wahrheit, das sind die tiefen Ausdrücke, mit denen die Propheten den einzigen Gott erdenken. Vielleicht darf man sagen, daß charakteristischer noch als die Einzigkeit die Wahrheit für den Gott der Religion gegenüber den Göttern der Mythologie ist. Denn der wahre Gott ist der Grund

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