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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 1
Article
Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums
Date
1914-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Hermann Cohens methodische Begründung des Judentums. fruchtbar gemacht werden können. Haben sie keinen ethischen Zweck, so haben sie überhaupt keinen Zweck: denn dieser Begriff entsteht erst in der Ethik. Wird der Logik gegenüber die Selbständigkeit der Ethik gefordert, so soll andererseits die Ethik eine Logik der Oeisteswissenschaften werden. Sie darf nicht der Religion anheimfallen. An dieser Grenze muß man auf der Hut sein, daß die Romantik sich nicht in die Ethik einschmuggelt; bei behutsamer Überwachung der Ethik als Wissenschaft kann ihr hingegen eine echte Religion nur gute Dienste leisten. Es gibt Normen in der sittlichen Natur, und es muß für die Ethik Prinzipien geben. Freilich ist die moralische Gewißheit von anderer Art als die mathematische, aber damit soll nicht das moralische Denken aller Gewißheit verlustig gehen. Das Problem der Ethik bildet die praktische Vernunft: der Wille und die Handlung. Dieser Wille, der Wille als ethisches Problem, ist rein: ist Quelle und nicht Annex anderer Faktoren. Der Wille ist nicht Begehren, ist nicht ein Erleiden; er ist Erzeugung, Ursprung seiner Aktivität. So ist Ethik des freien Willens im Grunde gleichbedeutend mit Ethik des reinen Willens. Die Willensreinheit, Willensfreiheit ist die Voraus- Setzung der Ethik, als Lehre von der Willenshandlung. Darin besteht die Selbständigkeit der Ethik gegenüber der kausalen Naturwelt. Der Wille vollzieht sich in der Handlung. Er setzt sich Zwecke, ist auf Zukunft gerichtet. So ist die Handlung mehr als Bewegung; sie ist gleichsam das Erhalten der Bewegung, der Seelenbewegung, der Erhaltung der Seele. In den Handlungen erhält sich das sittliche Subjekt als Identität in allen seinen Verwandlungen: es wird die Kontinuität der Person erhalten. Freilich ist der Wille sowohl mit dem Denken als mit dem Affekt verwandt, aber er wird in diesen zwei Momenten keineswegs erschöpft. Der Grundfehler der spino-

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