Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 2)
- Language
- German
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104 Besprechung. Verhältnis zwischen Koheleth und Sirach, stellt die Priorität Kobeleths fest und gewinnt damit den »terminus ad quem für die Entstehungszeit des Buches«. Dann folgt (S. 30—32) die genauere Ermittlung der Entstehungszeit auf Grund einer neuen Auffassung von Koh. 4, 15, 16, wonach diese Verse auf den Feldzug hinweisen in dem der dritte Ptolemäer (Euergetes) fast das ganze Seleukidenreich eroberte, im Jahre 246. »Damit ist das erste Erlebnis, das auf Koheleth einen tiefen Eindruck machte, fixiert«. Levy adoptiert die historischen Deutungen Hitzigs zu 9, 14 und zu 10, 16 — 19, sowie eine Annahme Kleinerts, der von Kap. 8 an Hinweise auf Alexandrien findet, und hält es für »wahrscheinlich, daß Koheleth, bevor er das achte Kapitel schrieb, aus Palästina nach Ägypten auswanderte und von da an in Alexandrien lebte«. Er gelangt zum Schlußresultate: »Er dürfte etwa von 270—203 gelebt und sein Buch erst kurz vor seinem Tode abgeschlossen haben. Die Leiden des Greisenalters (12, 1-5) kannte er wohl aus eigener Erfahrung«. Unter der Überschrift »Name und Stand des Verfassers« folgt dann (S. 32—39) die Erörterung des Namens Koheleth und der Bezeichnung »König«, die sich Koheleth (1, 12) selbst beilegt. Auf Grund talmudischer Daten nimmt Levy an, »König« bedeute den Weisen, Gelehrten, und der Name Koheleth deute seine Stellung als »Schulhaupt« an. »Wer ist der Verfasser des Buches?« So lautet die Überschrift des nächsten Abschnittes (S. 39—45). Die Antwort auf diese Frage holt Levy aus dem Berichte der Ab. di R. Nathan (c. 5) über die Schüler des Antigonos aus Socho, Zadok und Boethos. Nach dem Vorgänge Kleinerts füllt Levy mit Hilfe dieses Berichtes die in M. Aboth zwischen Antigonos und den beiden Jose (I, 3 und 4) anzunehmende Lücke aus, erklärt für die Nachfolger ihres Meisters Anti״ gonos in der geistigen Führerschaft Zadok und Boethos, deren Namen aber später aus der Tradition ausgemerzt wurden. Sie zogen, wie der Bericht in Ab. di R. N. angibt, aus dem Wahlspruche ihres Meisters einen Schluß, der »die Conclusion des Epikureismus und aller materialisfischen Systeme« ist. Sie gewannen Anhänger, sie trugen — wie es in dem Berichte heißt — ihre Lehren ihren Schülern, diese wieder ihren Schülern vor«. »Nach zwei Schülergenerationen ist die Zahl der Anhänger so gewachsen, daß sie sich als Partei konstituieren. Um 140 hat sich die Spaltung im Judentum vollzogen, Sadduzäer und Boethosäer treten auf den Plan«. Levy zeigt nun weiter, daß sich der Bericht in Ab. di R. N. mit den im Buche Koheleth ausgesprochenen Ansichten decke. Wenn nun Zadok und Boethos in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts Schulhäupter in Jerusalem waren, der Verfasser des Buches Koheleth aber ebenfalls zu gleicher Zeit am gl ei״ dien Orte [es war], so" ergibt sich mit zwingender Notwendigkeit,