Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 103 (sequence 1)
- Language
- German
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Levy, Dr. Ludwig. Das Buch Koheleth. Ein Beitrag zur Geschichte des Sadduzäismus, Kritisch untersucht, übersetzt and erklärt. Leipzig. J. C. Hinriehs’sche Buchhandlung. 1912. IV und 152 Seiten. 8°. Auf verhältnismäßig kleinem Raume, der fast zu gleichen Teilen einleitenden Untersuchungen zu Koheleth und einer kommentierten Übersetzung gewidmet ist, bietet der Verfasser eine solche Fülle von Lösungen für die großen und kleinen Probleme des genannten biblischen Buches, daß dieser Reichtum allein dem Werke eine hervorragende Stelle in der modernen exegetischen Literatur sichern würde. Und wenn sich auch nicht alle diese, teils an die Vorgänger anknüpfenden, teils neuen Aufstellungen und Erklärungen bei näherer Betrachtung als stichhaltig bewähren, so bleiben noch ganz vortreffliche und mit mehr oder weniger überzeugender Kraft wirkende Darlegungen und Eirizelerklärungen übrig, die als willkommene Beiträge zum Verstandnisse des Kohelethbuches angesehen werden können. Zunächst ist es nötig, diejenige Seite der Arbeit L, Levys ins Auge zu fassen, die er selbst dadurch in den Vordergrund stellt, daß er auf dem Titelblatte das biblische Buch (oder eher seine Untersuchung über dasselbe) als *Beitrag zur Geschichte des Sadduzäismus« bezeichnet. Das klingt eigentlich viel bescheidener, als es nach dem Ergebnisse der Untersuchung Levys lauten müßte. Denn diese bietet nichts geringeres, als eine Entdeckung des Ursprunges des Sadduzäismus nebst der Ermittlung des rätselhaften Anonymus, der als Verfasser des Kohelethbuches den Größen der Weltliteratur beigezählt wird. Zu diesem historischen Hauptergebnisse kommt noch namentlich der Nachweis der Einheitlichkeit des Buches, der durch den Kommentar im Einzelnen geliefert wird und dem ersten Abschnitte der Einleitung, über »Gedankengang und Gliederung des Buches« (S. 3—11), als hauptsächliches Ziel vorschwebt. Im nächsten Abschnitte (»Die Ver- Schmelzung jüdischer Ideen mit griechischer Philosophie« (S. 11—25) sucht Levy mit größerer Präzision, als es bisher geschehen ist, den Einfluß des griechischen Denkens auf Koheleth und »Anklänge an die griechische Philosophie, sowohl stoische als epikuräische« aufzudecken. In einem kleineren Abschnitte (S. 25—30) beleuchtet Levy das