Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau und seine Zeit
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829851-2829853-2847232--40165-2847327- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
72 Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau, und seine Zeit. Böhmen um die Mitte des XV. Jahrhunderts. Efraim Fischei mit seinen Söhnen: Josue, Jakob, Moses und Stephan; der letzte hatte sich getauft und hat bei der Taufe diesen Namen erhalten1). Efraim Fi sch ei machte sehr ausgedehnte Geschäfte, die seine Söhne nachher übernahmen. Schon im Jahre 1477 prozessierten sie mit den jüdischen Gemeinde- Ältesten. Doch gehörten sie im Jahre 1489 der Gemeinderepräsentanz an und Unterzeichneten in dieser Eigenschaft den sakramentalen Handelsentsagungsvertrag mit. Damals war Efraim nicht mehr am Leben. Chef des Hauses war vielmehr Moses Fischei. Im Jahre 1495 verpflichtete sich dieser vor dem Krakauer Stadtrat für die Jüdin »Mojzeszowa« 32ys Fl. in Gold zu bezahlen; in demselben Jahre verschrieb er samt seiner Frau dem Stanislaus Cichy 200 FI., und im Jahre 1498 sicherte er dem Kürschner Nikolaus Gomörka 41 Fl. auf sein Haus zu. Außer den Geldgeschäften betrieb Moses Fische! S t e u e r p a c h t u n g en. Im Jahre 1499 pachtete er alle Judensteuern in Großpolen und erregte durch sein strenges Verfahren viel Mißgunst bei den großpolnischen Juden; sie klagten ihn sogar beim Kardinal Friedrich an, er hätte etwa 40 Taler über die Gebühr eingehoben2). Im Jahre 1503 pachtete Moses mit seinem Bruder Jakob die Steuereännahme in L^czycer Wojewodentum und die Zollkammer in Sochaczew. Für die Pachtung zahlten die Brüder jährlieh 2500 Goldgulden, 10 Stein Safran und 10 Stein Pfeffer3). Mosis Bruder, Stephan Fischei, hatte zur Tauf- J) Siehe den Stammbaum der Fischeis am Ende dieser Arbeit. Andere Belege in meiner Geschichte der Juden in Krakau, Bd. I. (Krakau 1913). S. 40 ff. und 399 ff. *)Warschauer: Die städtischen Archive der Provinz Posen 1901, S. 64. ) RJ A III. 21.