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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 62

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 1
Article
Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau und seine Zeit
Date
1913-01-01
Page
Seite 62 (sequence 4)
Language
German
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62 Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau, und seine Zeit. wurden immer neue Judenhäuser angekauft, und bald wurde es sowohl der Akademie, als auch den Juden zu enge. Akademiker und Bürger wollten daher die Juden ganz aus der Stadt entfernen, und Pogrome wurden 1'nsceniert, um diesen Zweck zu erreichen. Das Beispiel so vieler deutscher Städte, die Vertreibung der Juden aus allen Städten Boehmens und Mährens galt hier als Muster. Mit einer gewissen Genugtuung merkt der Stadtschreiber in dem Ratsprotokoll alle diese Dinge an und wartet mit Sehnsucht, auf die Wiederholung der Vorfälle in Krakau1). Die Juden in Polen, und besonders die in Krakau, hatten einen Todfeind im größten polnischen Theokraten, dem Kardinal Zbigniew Oiesnicki. Er repräsentierte in Polen den westlichen Geist der Intoleranz des XV. Jahrhunderts, der Johann Huss mitsammt seinem eisernen Briefe auf den Scheiterhaufen brachte, der alle Juden aus Deutschland verjagte und auch in Krakau dasselbe tun wollte. Das Echo des großen Kardinals war der Domkapitular zu Krakau, zugleich der berühmte Historiker seiner Zeit, Johannes Longinus, der in seiner »Geschichte« alles Böse den Juden in die Schuhe schiebt und jedes Staatsuriglück, jede verlorene Schlacht, ihnen zum Vorwurf macht. Im Jahre 1453 hatte der König Kasimir IV. den Juden die »Generalprivilegien« bestätigen wollen. Dies hatte Kasimir der Grosse getan, dies wollte aber sein Nachfolger Ladislaus Jagieilo, als Neuchrist, nicht tun. Bei Kasimir IV. sollten es die Juden erreichen. Oleänicki, und Dtugosz taten alles, um die königliche Bestätigung zu verhindern und luden, um sicherer zu Werke zu gehen, die Gottesgeißel, den Mönch Johannes Capistrano, nach Krakau ein. Johannes Longinus fuhr ihm bis nach Breslau entgegen, und seine Abwesenheit nützten die Juden aus, *) Krakauer Ratsakta (consularia crac.) aus dem J. 1403 S. 183—85. Die Notiz bezieht sich auf die Görlitzer Judenaustreibung; aus d. J. 1389 vgl. Brann, Gesch. d. Juden in Schlesien. S. 76. ff,

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