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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 61

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 1
Article
Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau und seine Zeit
Date
1913-01-01
Page
Seite 61 (sequence 3)
Language
German
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Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau, und seine Zeit. 61 arbeitet hat er nur die rabbinisch-pilpulistische Tätigkeit Polaks und die seiner Schüler1). An der Hand archivalischer Studien wollen wir Polaks Krakauer Zeit und Leben in Krakau beleuchten. Die Acten des Krakauer Stadt- und Schlossarchivs, wie auch die Abschriften aus dem Kronarchiv in Warschau liefern uns ein genaues Bild der Zeit und der Menschen. I. Um die Mitte des XV.Jahrhunderts befanden sich die Krakauer Juden in einer sehr kritischen Lage. Die Kaufmannschaft wollte um jeden Preis die jüdische Konkurrenz loswerden und ließ kein Mittel unversucht, um diesen Zweck zu erreichen2). Die Juden wohnten damals in der inneren Stadt, in der »Judengasse«; das eine Ende der Straße mündete in den großen Marktplatz ein, das andere Ende schloß bei der Stadtmauer. Hier war das »Judenthor« und hinter ihm der Judenkirchhof, »Kaffio ry« genannt. Um das Jahr 1400 hatte König Ladislaus Jagiello in der Judengasse die Jagiellonische Akademie gegründet und in zwei zu dem Zweck gekauften Judenhäusern das Collegium St. Annae untergebracht. Seit der Zeit heißt die Judengasse »platea Stae. Annae«, St. Annengasse, und dieser Name blieb ihr bis auf dem heutigen Tag. Von Jahr zu Jahr wuchs die Akademie, die Zahl ihrer Lehrer und ihrer Schüler wurde ständig größer; Hus sens Auftreten an der Prager Universität und die darauf folgende Majorisierung der fremden Studenten durch die Boehmen trug sehr viel dazu bei. Zur Erweiterung der Universität *) Haraizpe 1907 und למולדות ישראל וחכטיו בפולין (Sonderabdruck aus dem ha-Eschkol.) 1909. Nr. 2. *) Alle Quellen sind enthalten in meinem Buche: Zydzi w Krakowie i na Kazimierzu 1304—1868 (Die Juden in Krakau und am Kazimierz). Bd. 1. 1304—1655. Krakau 1913. Nur die ■wichtigsten Quellen werden im vorliegenden Artikel angeführt.

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