Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die karäische Familie Firuz
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 3)
- Language
- German
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46 Die karäische Familie Firuz. Ms. Br. Mus. 98 enthält Teile des Pentateuchs mit der arab. Übersetzung des Karäers Jeshü'a b. jehüda, beendet am Montag, den 7. Shebat 1714 contr. (Januar 1402). Eine Marginalnote zu Oen. 4,26 endet mit den Worten:כתבה העי הע׳ ע׳ אלדאים בן פיר .. ... was Steinschneider (JQR. XIII, 475) und Margoliouth (Cat. I, S. 70 b) wohl mit Recht in [פיר[וז ergänzen. Demnach würde der genannte 8. ... ‘Abd al- D a’i m b. F. etwa der ersten Hälfte des XV. Jahrh. angehören. Im Jahre 1455 verfaßte der rabbanitische Prediger Efraim b. Gerson ha-Rofe in der Türkei seine Sammlung von Predigten, betitelt צנצנת המן, von der eine Handschrift, wahrscheinlich teilweise Autograph, bekannt ist. Diese war früher im Besitze des Buchhändlers Fischei (s. Steinschneider, H. B. XVII, 110) und ist jetzt im Br. Mus. (ms. 379) vorhanden. Als Besitzer figuriert hier 9. Mose b. Efraim F. Ob aber dieser Karäer gewesen? Ausgeschlossen ist es nicht, da man oft rabbanitische Handschriften in karäischem Besitz findet1). Überdies waren damals gute Beziehungen zwischen Rabbaniten und Karäern in der Türkei. Es war dies die Zeit Komtinos, von dem sich auch in unseren Pre- *) Allerdings muß darauf hingewiesen werden, daß der Namen Efraim bei den Karäern äußerst selten ist und vielleicht nur 2—3 mal vorkommt. Der Lehrer Efraim, der neben Eliska und Chanukka in dem Seeleugedächtnis (זכרונות־) der Karäer sofort nach *Anän erwähnt wird, ist mit Nebel bedeckt und war wohl eher Rabbanite als Karäer (s. Harkavy, Altjüd. Denkmäler 78). Ebenso unsicher ist Mose b. Efraim b. Saadja aus Kertscb, der ein *שער בענק העתקת האדם ממקומו להתלמד בחכמה ובתבונה verfaßt hat und am Ende des XIV. Jahrh. nach Alexandrien ausgewandert ist (Neubauer, Aus d. Petersb. Bibi. 37.119). Von einem Pajtan Efraim findet sich eine Elegie auf Mose, beg. אל מבכי תחשו זרע אמוני, in dem kar. Gebetbuch (ed. Wilna I, 341), 3 Pijjutim in kar. handschr. Sammlungen (ms. Br. Mus. 726, IV, 2 u, 728, 208 u. ms. Berl. 198 B nr. 5). Endlich ist noch bekannt Efraim, ein Schüler des Simcha Isak Lutzki, der die Streitschrift Salmons gegen Saadja kopiert hat (s. Geigers קבוצת מאמרים meine Ausgabe, S. 346). — Der Namen Manasse kommt meines Wissens bei Karäern gar nicht vor.