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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 1 · p. Seite 37

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 1
Article
Die ältesten Nachrichten über die Juden in Halle
Date
1913-01-01
Page
Seite 37 (sequence 6)
Language
German
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Die ältesten Nachrichten über die Juden in Halle. 37 besonderes Viertel bewohnt haben1). Sicher ist dieses Judenquartier mit dem Judendorf gemeint, dem wir in einer Urkunde von 1238 begegnen, worin sich das Haus des Deutschen Ofdens in Halle mit dem Kloster Neuwerk ebenfalls daselbst unter anderm auch wegen seiner Güter im Judendorf vergleicht2). Auch unter dem Judendorf in einer Urkunde von 1244, die ebenfalls von den dort liegenden Gütern des erwähnten Ordens spricht, haben wir wahrscheinlich die jüdische Niederlassung in Halle zu verstehen3). Alles in allem besitzen wir für die älteste Zeit, etwa bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, über die Juden in Halle in den lateinischen Quellen nur wenige magere Angaben. Erfreulicherweise bieten uns die hebräischen Quellen einige ergänzende Nachrichten, die sogar den Vorzug haben, daß sie bis zum 1. Kreuzzug hinaufreichen. Die sagenhaft klingende und stark verworrene Notiz bei Josef ha-Kohen von einer Stadt Hai, mit der unser Halle gemeint sein könnte und in der Mar Sutra, wohl der Sohn des im 8. Jahrhundert hingerichteten Exüarchen Mar Sutra, begraben sein soll4), ist allerdings für uns vollständig wertlos. Wichtige Mitteilungen bring־en uns die hebräischen Berichte über die Kreuzzüge. So erzählt uns Salomo b. Simeon in seinem 1140 niedergeschriebenen Bericht über den 1־ Kreuzzug von einer Stadt Sala: Die Juden dieser Stadt wurden von den Kreuzfahrern unter Androhung des Todes zur Taufe aufgefordert und erbaten sich drei Tage Bedenkzeit. Der inzwischen benachrichtigte Landesherr x) Siehe Hertzberg, S. 122. 2) Ludewig, Reliquiae Manuscripiorum V, S. 58, Nr. 38. Dreyhatipt II, S. 368. Mülverstedt II, S. 502, Nr. 1095. *) Dreyhaupt I, S. 832, Nr. 255. Mülverstedt II, S. 533, Nr. 1183. 4) Emek ha-Bacha (ed. Letteris), S. 19. Vgl. M. Wiener, Emek hä-Bacha, S. 149, Nr. 15. In einer ähnlichen Notiz (Zunz, Literaturgesch. der synag. Poesie, S. 625) heißt die Stadt nicht האל sondern ד\ילא• — Ober Mar Sutra siehe Graetz, Gesch. der Juden, (1909) V, S. 70 19.

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