Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die ältesten Nachrichten über die Juden in Halle
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 2)
- Language
- German
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Die ältesten Nachrichten über die Juden in Halle. 33 Juden in Halle gelebt hätte1), findet in den älteren late in!- sehen Quellen keine Bestätigung. Es vergehen noch fast zwei Jahrhunderte, bis wir in den älteren lateinischen Quellen sichere Kunde von einer Ansiedlung der Juden in Halle erhalten. Im Jahre 1184 schenkt Erzbischof Wichmann von Magdeburg dem Kloster Seeburg zwei Mark, die die Juden In Halle jährlich zu zahlen haben2 *). Von welcher Art diese Zinsen waren, und ob diese zwei Mark den gesamten, von den dortigen Juden zu erhebenden Zins ausmachten, erfahren wir nicht. Die Zinszahlung kann daher nicht als Beweis dafür dienen, daß Wichmann schon damals im Besitze des Judenregals war, wie Aronius glaubt8). Die Annahme Fechners, die Juden hätten die1 zwei Mark Zinsen jährlich von den Wohnungen bei St. Aegidien gezahlt4 S. * *), ist nur eine Kombination auf Grund des unklaren Textes. Weiter erzählen uns die Reinhardsbrunner Annalen, eine allerdings nicht ganz zuverlässige Quelle aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, daß die Christen in Halle die Wohnungen der Juden in Brand steckten und die Juden selbst aus der Stadt vertrieben. Zur Strafe mußte die Stadt dem Erzbischof von Magdeburg 1000 Mark zahlen8). Die Chronik J) Dreyhaupt II, S. 494, § 2, dem Lehmanns »Israelit« 1863, Nr. 2, S. 21 a ob. folgt. s) Simiüter ad angmentandas uiilitates prebendarum duabus uiarcis, quas Jude! in Halle annuatitn debent persoiuere, cameras juxta sanctum Egidium extructas . . . libere ad prebendas fratrum donauimus. Lndewig, Reliquiae Manuscriptorum II, Nr. 128, S. 386 Mitte. — Die Urkunde bei Ludewäg hat kein Datum, gehört aber nach einem von Mülverstedt (Regesta Archiepiscopatus Magdeburgens. I, S. 703, Nr. 1682) angeführten Copiar ins Jahr 1184. Die Datierung von 1180 bei Forchhammer (Geschichtsbl. für Stadt u. Land Magdeb. 1911, S. 232 unt.) beruht offenbar auf einem Mißverständnis. s) Aronius Nr. 319. Siehe auch Breßiau (Hebr. Bibliogr. 1872, S. 121). *) Forschungen z. deutsch. Gesch. V, S, 514. 5) Contigit etiam eaden! tempestate, quod Christiani in Hallis Monatsschrift, 57. Jahrgang. 3