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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 117

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1912-01-01
Page
Seite 117 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 117 mensetzung der Juden als unsemitisch erklärt, aber ganz und gar auf jene Blutmischungen zurückgeführt hatte, die sich im alten Palästina zwischen semitischen Elementen einerseits, den chetitischen und angeblich arisch-amoritischen andererseits vollzogen haben sollen, begann sich die Literatur über diesen Gegenstand zum großen Teil um die Frage der körperlichen Beschaffenheit jener kanaanitischen Völker, ihrer Stammsitze und deren Ausbreitung und über die Rassenerben jener Typen im heutigen Orient zu drehen. Es handelte sich in der jüdischen Rassenfrage seitdem um eine Streitfrage über einen palästinischen Gegenstand; die Rassenmischung auf anderem als palästinischem Boden trat als bedeutungslos zurück. Mit Recht hat Thomsen die Literatur über die Chetiter und Phönizier, überhaupt über die Bevölkerung Kanaans vor dem Eindringen der Israeliten, über die Kultur der Kanaanäer usw. aufgenommen; aber ein großer Teil der in diesen Arbeiten behandelten Fragen bildet ja das Material für die Rassenforschung. Wenn heute die Virchowstiftung zur Klärung der jüdischen Rassenfrage einen Anthropologen gerade nach Palästina schickt, so liegt schon in dieser Auswahl ein Hinweis auf die Notwendigkeit, solche Forschungen in der Palästinabibliographie auffind־ bar zu machen. Freilich wird auf diesem Gebiet auch manches mehr jüdische als palästinische Thema behandelt (z. B. Schädelmessungen an südrussischen, deutschen, italienischen, afrikanischen Juden), aber erstens ist die Anthropologie der Juden schlechthin für die Palästinabibliographie in jedem Falle von höherem Interesse als die der Araber, der persischen Syrer und der Beduinen, zweitens liegen ja auch Schädelmessungen an palästinischen Juden vor (Samaritanern, Jemeniten, Juden von Pekiin u. a.), und endlich ist eben die gesamte Frage in ihrer Wurzel eine rein historisch-palästinische; denn die Bildung einer jüdischen Rasse ist — selbst nach Ansicht der jüngsten Gegner Luschans — ein Stück jüdischer Geschichte auf Palästinas Boden. Mehr zufällig, weil gleichzeitig von ethnologischem Interesse, sind einzelne Arbeiten Weißenbergs aufgeführt, während die eigentlieh anthropologischen Arbeiten desselben Autors (obwohl z. B. aus der Zeitschrift für Demographie der Juden sonst wichtige Einzelartikel herausgehoben sind), ferner die Arbeiten von Andree, Luschan, Eikind, Judt, Elias Auerbach, Fischberg, Sofer und vieler anderer fortgelassen sind, Nun einige minder wichtige Punkte. Den Herrn Bearbeiter des Abschnitts »Sanitäres« möchte ich darauf hinweisen, daß, wie ich in ZDPV. 32, 1909, im Anhang näher ausgeführt habe, gerade für die medizinische Bibliographie gewisse kurze Notizen oder Zahlenangaben von ungleich größerer Bedeutung sind als manche langen kom-

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