Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829843-2829845-2847082--39377-2847212- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
116 Besprechungen. indirekt zusammenhängenden Literatur sowie die unzureichende Wiederholung der Titel in verschiedenen Rubriken u. dgl. zu beanstanden, so sind derartige Mängel jetzt ausgemerzt. Besonders verdienstvoll ist es, daß alle irgend wertvollen Einzelarbeiten in Palästina- Zeitschriften, ja selbst Jahresberichten, als Einzelarbeiten ihren speziehen Rubriken eingefügt worden sind. Solche Artikel mußten bisher als halb verloren gelten, und jedermann weiß, daß sich unter ihnen außerordentlich wertvolle Arbeiten finden. Die Hineinbeziehung von Nebengebieten geht diesmal soweit, daß sogar die Literatur über türkisches Recht nachgewiesen wird, dessen Kenntnis ja bei den rechtlich sehr kompliziert verlaufenden Landkäufen in Palästina unentbehrlich ist. Überhaupt ist das Kapitel: Das heutige Palästina in jeder Beziehung ausgestaltet worden. Ein völliges Novum ist darin die Literatur des Zionismus, und der Verf. darf mit Recht behaupten, daß eine solche Zusammenstellung »sonst nirgends auch nur in annäherndem Um־־ fange« existiert. Zwar ist die russisch- und hebräisch-zionistische Literatur noch immer unvollständig, auch kann man nicht in allen Punkten der Scheidung des Bedeutsamen vom Minder-bedeutsamen, die Thomsens Mitarbeiter vorgenommen haben, zustimmen; immerhin* aber ist hier die zionistische Literatur von 5 Jahren in 13 Rubriken mit 381 Nummern vertreten, und auch hier finden wir sorgfältig ausgewählte Einzelartikel aus zionistischen Blättern als besondere Nummern auf geführt und rubriziert. Ein Register mit etwa 4000 Stichwörtern, das diesmal Personen und Sachen, Verfasser und Orte, Bibliotheken und Handschriften umfaßt, erleichtert die Auffindung der Literatur. Man mache getrost einige Stichproben: man suche nach der Literatur einer archäologi- Spezialfrage, nach einer Rezension, nach einer meteorologischen Notiz, nach der Jahresbilanz einer Palästinabank, und man wird angenehm überrascht sein zu erfahren, wie schnell und mühelos hier gelingt, was ehedem nur durch zeitraubende Spürarbeit zu erreichen war. Nachdem diesmal erfreulicherweise der Rahmen ziemlich weit gespannt worden ist, hätte allerdings — und das ist der Hauptpunkt,, der diesmal zu beanstanden ist — ein ganzes Gebiet nicht übergangen werden dürfen: die Literatur über die jüdische Rasse. Wenn selbst die Geschichte des Volkes Israel, soweit sie auf dem Boden Palästinas spielte, ja selbst die Mischnahliteratur und die Terminologie der Amoräer ihren Platz gefunden haben, obwohl hier von einer Palästinaliteratar nur im weitesten Sinne des Wortes gesprochen werden, kann, so gehört das seit Luschans bahnbrechender Arbeit reich beackerte Gebiet der jüdischen Rassenforschung in jeder Beziehung, zum Thema. Nachdem v. Luschan die heutige rässenmäßige Zusarn-