Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 2)
- Language
- German
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100 Besprechungen. Kursus gehörte, nicht ohne Einfluß war; vielleicht waren es anspruchs - lose Gdegenheitsschriften, auf Wunsch eines hochstehenden Gönners entstanden und daher für die Kenntnis des philosophischen Standes jener Zeit besonders bedeutsam. Bevor der Verfasser an die Darlegung des inneren Gehaltes der philosophischen Lehren herantritt, gibt er im ersten Abschnitt die äußeren Daten in Bezug auf die Schriften und Lebensschicksale Isaaks. Sie sind wohl bereits ausführlich von Steinschneider »Die hebräischen Übersetzungen des Mittelalters« S. 388 erörtet, aber sie werden hier deutlicher und übersichtlicher zusammengefaßt, wobei die Geneigtheit vorhanden ist, dem Büchlein מנהג הרופאים oder מוסד die Autorschaft Isaaks abzusprechen (S. 7, Anm. 1). In demselben Kapitel wird auch auf die Quellen, aus denen Isaak geschöpft hat, und auf die Einwirkungen, die er auf spätere Philosophen geübt hat, eingegangen, Die vorsokratischen Philosophen, Plato und Aristoteles, hat Isaak aus arabischen Über- Setzungen) soweit solche damals vorhanden waren, kennen gelernt, wahrscheinlich hat er sogar nur sekundäre Quellen benutzt. Selbst in der arabischen Literatur scheint das letztere der Fall gewesen zu sein, da er den Ibrahim Ibn Matztzam als Anhänger der Atomenlehre bezeichnet, während ihn Sehahrastani als Gegner der Atomistiker anführt und er die Mutaziliten mit den Mutakalimun zu verwechseln scheint (S. 27). Das Kapitel schließt mit dem Nachweis, daß Isaak für die jüdische Religionsphilosophie bedeutungslos ist, und daß er von. jüdischen Autoren sehr wenig angeführt wird, sich dagegen auch bei] einigen Scholastikern genannt findet und namentlich von Vincenz von Beauvais benutzt ist, allerdings, wo es sich um medizinische Dinge handelt. In den weiteren sechs Abschnitten werden die philosophischen Lehren Isaaks behandelt. Die überaus dunkle und spröde Materie wird durch geschickte Auswahl der leitenden Gesichtspunkte in helles Licht gesetzt; als solche werden dem »Buch der Definitionen« entsprechend herausgehobett: Begriffsbestimmung der Philosophie, — Die Schöpfung und Entstehung der Dinge, — Die Intel!!« genz, ־-־ Die Seele, ־— Die Sphäre, — Die Elemente. Man braucht nur die ersten Blätter des »Buches der Definitionen« (Festschrift Steinschneider, hebr. Teil, S. 132)1) aufzuschlagen und zu lesen daß es eine geistige Materie gibt, daß das höhere Sein die Grundlage des niederen Seins bildet und zu ihm sich abschattet, um daran zu *) Bemerkenswert ist, daß der hebräische Übersetzer »Begriffsbestimmüng« mit תכלית übersetzt, was sonst in der philosophischen Terminologie der Übersetzungsliteratur ganz ungewöhnlich ist.