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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 101

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1912-01-01
Page
Seite 101 (sequence 3)
Language
German
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Besprechungen. 101 erkennen, daß man hier neuplatonische Spuren vor sich hat; aus den vorliegenden Ausführungen jedoch geht mit aller wünschenswerten Deutlichkeit hervor, daß Isaak Isr. ganz und gar auf dem Boden des Neuplatonismus steht. Nimmt man noch hinzu, daß, wie Steinschneider, Hebr. Bibliogr. II, 91 f., vermutet, Juden an der Enzyklopädie der »lauteren Brüder« mitgearbeitet hätten, so ergibt sich, daß die ältesten jüdischen Philosophen Neuplatoniker gewesein sind. Man braucht sich nicht mehr darüber zu verwundern, wie innerhalb des Judentums plötzlich ein so hoch entwickeltes System des Neuplatonismus erstehen konnte, wie das des Salomo Ibn Gabirol. Es scheint auch demnach, daß Saadjah bei der philosophischen Begründung des Judentums mit vollem Bewußtsein die neuplatonische Gedankenrichtung abgelehnt und auf den Kaiam zurückgegriffen hat. Zu solchen Betrachtungen und Untersuchungen regt die wertvolle und gründliche Schrift Guttmans an. Sic hat die philosophischen Lehren des Isaak Israeli allererst unserem Verständnis erschlossen und dadurch ein neues, unverhofftes Licht auf die philosophischen Anfänge des jüdischen Mittelalters geworfen. Daß sie klar und faßlich und angenehm geschrieben ist, gehört nicht zu den geringsten ihrer Vorzüge. Posen. Philipp Bloch.

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