Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1912-01-01
- Page
- 99 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. Guttmann, Jacob, Die philosophischen Lehren des Isaak ben Salomo Israeli, Mönchen, Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung 1911. 70 S, Der Verfasser ist mit seiner Darstellung der philosophischen Lehren des Isaak ben Salomon Israeli einem wirklichen Bedürfnis auf religionsphilosophischem Gebiet entgegengekommen. Er hat sich dieser Aufgabe mit einer Klarheit und Meisterschaft entledigt, die nur derjenige zu würdigen weiß, der sich schon einmal mit den verunstalteten und meist verstümmelten Texten einer schwerfälligen Uber- Setzung herumgequält hat und nun alles hübsch geordnet und gut beleuchtet vor sich sieht. Wenn auch Isaak Israeli nicht viel mehr als ein philosophischer Kompilator ist, so verdient er doch immerhin eine eingehende Behandlung. Er hat sich in der Geschichte der Medizin einen ehrenvollen Namen erworben, er gehört zu den ältesten jüdischen Autoren des Mittelalters, von denen sich philospphische Schriften erhalten haben. Da seine Lebenszeit sich von ca. 895—940 erstreckt, gewinnt er noch dadurch an besonderem Interesse, daß er das geistige Milieu zum Teil charakterisiert, auf welchem sein jüngerer Zeitgenosse und Landsmann, Saadjah, der Schöpfer der jüdischen Religionsphilosophie, hervorgegangen ist. Den Blick diesem Interesse zugeneigt, behandelt Guttmann, jedoch mit aller wünschenswerten Gründlichkeit, die philosophischen Lehren des alten Mediziners. Zunächst wird das ganze vorhandene Material erörtert. Isaak I. hat alle seine Arbeiten arabisch abgefaßt; auf uns sind sie indessen nur noch in hebräischen und lateinischen Übersetzungen gekommen, die keinesfalls als Meisterstücke der Übersetzungskanst gelten können. Guttmann hat die hebräischen Übersetzungen zu Grunde gelegt, deren Text meist verwahrlost ist, vergleicht damit die nicht leicht zugängliche lateinische Übertragung, die wahrscheinlich von Gerhard von Cremona herrührt (Omnia Opera Ysaac Lugduni 1515) und sucht aus beiden, wo er es braucht, den richtigen Text herauszudestillieren. Man darf von Isaak I. keine originellen Ideen erwarten, er hat auch seine philosophischen Anschauungen nicht in einem streng logischen Zusammenhang dargestellt. Seine Schriften machen zumeist den Eindruck fragmentarischer Kompilationen, bei denen der ärztliehe Lehrgang des Verfassers, zu dem sicherlich ein philosophischer 7*