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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 95

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1912-01-01
Page
Seite 95 (sequence 16)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte der Literatur im gaoänischen Zeitalter. 95 da sich dies, von allem anderen abgesehen, nicht mit der ihm von Ibn Daüd beigelegten Bezeichnung als נער »Knabe« vereinbaren läßt, trotz aller von dem genannten Gelehrten angewandten Dialektik. 5. Endergebnis. Kommen wir nun noch einmal auf den ganzen Bericht Ibn Daüd's zurück, so müssen wir diesen als mit gewichtigen, inneren Widersprüchen behaftet ansehen, wozu nicht zum mindesten das Versagen seiner Kenntnisse betreffs des vierten Gelehrten zu rechnen ist. Jedenfalls dürfen wir annehmen, daß ihm sichere Quellen nicht Vorgelegen haben. Seine Erzählung dürfte vielmehr nur aus einer schon einige Zeit vor ihm stattgefundenen Konfundierung verschiedener Angaben entstanden sein. Zu einem Körnchen von Wahrheit, das jedenfalls in der Nachricht über den Raubzug des maurischen Admirals Ibn Rumähis enthalten ist, hat sich eine große Masse von Dichtung hinzugesellt. Der bestechendste, weil romantischste Zug der Erzählung, betreffs Mose ben Chanochs, hat durch jenes tatsächliche Ereignis eine Hülle von Wirklichkeit erhalten, deren wir sie aber mit Rücksicht auf die wirklichen literarischen Verhältnisse in Spanien entkleiden müssen. In bezug auf den Bericht von Moses Gefangennahme können wir, nachdem sich der von dem gleichen Schicksal Schemarjas und Chuschieis als unhaltbar erwiesen hat, das talmudische Wort עדות שבטלה מקצתה בטלה כילה anwenden, und die ergreifende Szene von dem freiwilligen Tod der Frau dieses Gelehrten dürfte nur eine Reminiszenz des ähnlichen, in Babli Gittin 57 b berichteten Vorganges sein* 2). Beutezüge, wie der des maurischen Admirals, wobei Juden zu Gefangenen gemacht wurden, haben jedenfalls öfters stattgefunden, wie wir auch aus dem oben erwähnten3), ungefähr auch J) Vgl. Doroth Harisch onim a. a. O., S. 299—300. 2) Auch dort, wird wie hier, auf Ps. 68, 23 angespielt. 8) Vgl. oben S. 75.

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