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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 93

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1912-01-01
Page
Seite 93 (sequence 14)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 93 Ursprunges sei, noch der noch bis in die letzte Zeit hinein herrschenden Annahme, daß erst von ihm den Spaniern das Licht des eigentlichen Talmudstudiums entzündet worden sei, irgend eine Berechtigung zuerkennen. Auch der Versuch Israel Lewys in seiner meisterhaften Skizze von der Ent- Wicklung des jüdischen Lehrhauses, die Richtigkeit der von Ibn Daüd erzählten Vorgänge dadurch zu retten, daß er sie in die Zeit etwa Samuels ben Chofni, des letzten Gaon von Sura, verlegt1), muß — bei aller Wertschätzung dieses hochverdienten Forschers — als nicht haltbar angesehen werden. Dagegen spricht der zu große Zeitunterschied zwischen der historisch beglaubigten Blütezeit Moses, Chanochs und Ibn Abiturs und der erst in die ersten Jahrzehnte des elften Jahrhunders fallenden Wirksamkeit Samuel ben Chofnis2 *). Es wäre nun die Frage zu erwägen, von welcher Herkunft R. Mose gewesen wäre, da wir ihn nicht als Babylonier anzuerkennen in der Lage sind. Halevy versucht es, Italien als seine Heimat zu bestimmen8), wie er es außer für Chuschiel, auch für Schemarja annimmt. Jedoch vermögen wir auf Grund des einzigen von ihm gebrachten Beleges aus der Relation Isaak Ibn Ghajats über den Ritus des Mussafgebetes des Neujahrsfestes nicht seiner Ansicht zuzustimmen, da der von ihm behauptete Zusammenhang des von Ascher ben Jechäel angeführten deutschen Ritus gerade mit einem italienischen ohne jede sichere Grundläge ist4 * * *). Sofern wir nun durchaus für R. Mose einen 1) Vgl. Jahresbericht, Breslau 1905, S. 30. *) Anch betreffs Schemarjas ergibt sich dieselbe chronologische Unmöglichkeit, da in dem oben besprochenen Schreiben Samuel b. Chofnis betreffs Schemarjas Sohnes Elchanan, dieser schon als längere Zeit vorher wirkend erscheint, s) Vgl. Doroth Harischonim a. a, O., S. 287. *) Vgl. a. a. O, S. 288. Es muß nicht ohne Weiteres jeder deutsche Brauch auf italienischen Ursprung zurückgeführt werden, nach den bekannten Gleichungen: Deutschtand=Italien=Palästina und.

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