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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 90

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1912-01-01
Page
Seite 90 (sequence 11)
Language
German
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90 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. letzte im Jahre 951 einging1). Hierzu kommt noch, daß schon in dem vom Jahre 953 datierenden Sendschreiben, also zwei Jahre vor dem eventuellen Eintreffen Moses in Cordoba als Gefangener, das . man nach dem Stattfinden von Ibn Rumähis’ Raubzug nur um das Jahr 955 ansetzen könnte* *), die Juden jener Stadt als sehr gelehrt geschildert werden. Dann aber verstärkt sich dieser Eindruck noch durch den, Bittbrief Nehemjas vom Jahre 962, in dem geradezu um Anerkennung der Gelehrsamkeit des geonäischen Schreibers gebeten wird, in dem aber nicht ein Wort von einer verunglückten Aussendung von Boten gesprochen ist und eine erst durch einen babylonischen Gelehrten den Juden Spanies zu teil gewordenen Erschließung der Quelle einer intensiven Belehrung in keiner Weise sich angedeutet findet: wiederum ein nicht abzuweisendes argumentum e silentio. Danach entfällt auch jede historische Berechtigung der Erzählung Ibn Daüd’s, daß der Kalif mit R. Moses Auftreten sich deswegen gefreut habe, weil nun die Juden seines Reiches nicht mehr in geistiger Beziehung nach dem Iräk gravitieren würden, da schon seit fast einem Menschenalter die Hochschulen dort nicht mehr durch Anfragen in Anspruch genommen worden waren. Auch die Bemerkung, daß man aus dem Maghreb, wo doch die Verbindung mit den Geonim noch bis in das 11. Jahrhundert hinein dauerte, sich an R. Mose mit Anfragen gewendet habe, entbehrt jeder literarhistorischen Begründung. Ganz besonders aber muß die Erzählung von der so romantischen Szene in der Beth-ha-Midrasch- Synagoge zu Cordoba an Wert einbüßen, wie sie schon Halevy auf ihr richtiges Maß zurückgeführt hat3). Ohnehin ') Vgl. JQR. XVIII, S. 402, Z. 13- 14 ומשתי שנים באה כדבתכם .לישיבות ף Vgl. Marx ZHB. XIII, a. a. O. *) Vgl. a. a. O., S. 303—304, wo auch richtig die Verbindung des R. Moses mit dem c. 948 gegründeten Lehrhaus in Castro’s Bericht bestritten wird.

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