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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 89

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1912-01-01
Page
Seite 89 (sequence 10)
Language
German
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Beitrage zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 89 vaters von Scherira (905—917). Als letzter Gaon wird uns Kohen Zedek genannt, der 935 starb1). Diese letzte Zusammenstellung entnehmen wir dem mehrfach erwähnten, vom Jahre 953 datierten Schreiben an Chasdai Ibn Schaprut, in dem über das gänzliche Ausbleiben von Anfragen und Geldsendungen in beweglichen Worten geklagt wird, und dem sich inhaltlich zum Teil der von Nehemja, dem Sohne Kohen-Zedek’s, im Jahre 962 nach Spanien gesandte Bittbrief anschließ^. Wir haben nun gefunden daß: 1) deutliche Anzeichen für eine Blüte des Talmud- Studiums in Spanien noch zur Zeit des Höhepunktes der Geonimperiode vorhanden sind, was doch eine gewisse größere Kenntnis des Gemaratextes zur Voraussetzung hat, und 2) noch ungefähr bis zum Jahre 930, allerdings nach einer Unterbrechung von ca. 25—30 Jahren, ein intimer Verkehr mit den Geonim, und besonders in letzter Zeit mit denen von Pumbadita bestanden hat. Wenn nun zwei solcher Faktoren Zusammenwirken, so führt uns dies zu der Erkenntnis, daß eben durch eigenes Streben, wie durch jahrhundertelange Belehrung von Babylonien aus die Thorakenntnis in Spanien in jeder Hinsicht einen solchen Aufschwung genommen hatte, daß man dort um die Mitte des zehnten Jahrhunderts auf eigenen Füßen stehen und der ständigen Befragung der babylonischen Hochschulen entraten konnte. Hiermit hängt es auch zusammen, daß die sonst den Anfragen beigefügten Spenden allmählich aufhörten, so daß die >) Vgl. JQR. a. a. O., Z. 8 fgg. ־) Vgl. JQR. XIX, S. 104—1C6. Daß auch dieses Schreiben nach Spanien gerichtet ist, geht daraus hervor, daß in ihm dieselben Männer wie in JQR. a, a. O., nämlich die Söhne, resp. Nachkommen Ahrons, als Vertrauensmänner genannt werden. Vgl. JQR. XVIII, S. 204, Z. 18-20 mit XIX, S. 106, Z. 16.

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