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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 86

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1912-01-01
Page
Seite 86 (sequence 7)
Language
German
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86 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäiscben Zeitalter• biridung mit den vorher behandelten Fällen schwerwiegende Tatsache in jener Zeit der geonäischen Machtfülle, wo es noch nicht der mitunter etwas überschwänglichen Lobpreisungers, wie in den späteren Zeiten des Verfalls, behufs Erlangung von Spenden, bedurfte. Wir wissen auch ferner, daß Spanien gleichfalls Anteil hatte an der zweiten Rezension der Halachoth Gedoloth, zusammen mit dem ihm geographisch und geistig nahestehenden Kairuän, und dieser sogar die Bezeichnung der spanischen "״הלכות גדולות של אספמיא beigelegt wurde1). Besonders aber blühte das Talmudstudium in Cordoba unter dem Einfluß des großen Mäcen Chasdai Ibn Schaprut, der dort das erste große Lehrhaus gegründet hat, sodaß in dem bereits mehrfach erwähnten Sendschreiben aus Pumbadita dorthin vom Jahre 953 von den Cordobanern gesagt wird2), daß sie durch ihre Thorakenntnis weit und breit sich einen Namen gemacht haben3), eine Bemerkung, die, selbst wenn wir in ihr eine captatio benevolentiae J) Vgl. Epstein in Hagoren III, S. 72. Vielleicht Ist es nicht zu gewagt, anzunehmen, daß der in dieser Rezension der Halachoth Gedoloth (ed. Hildesheimer, S. 230 Afg.) genannte ר' יעקב בן חביב ein spanischer Lehrer und Abkömmling des in Spanien verbliebenen Exilarchen Natronai b. Chabibai ist, welcher Name alsdann die aramäische Endung abgeschleift hat. In ihm aber auch den ebendort, S473 ״ genannten ראש ישיבה zu sehen, wie Epstein, a. a. O., S. 73 meint, erscheint mir nicht begründet. 2) Daß das Schreiben an Chasdai gerichtet ist, hat Marx mit Recht, a. a. O., S. 768 erschlossen. Es spricht hierfür auch die Stelle in dem Sendschreiben, S. 402 Ende, wo der Empfänger als Beschützer der Gelehrten lind ihrer Schüler außerordentlich gepriesen wird. Wenn in Cordoba erst um diese Zeit, — wie Roderich de Castro bei Graetz V3, S. 470 bemerkt — ein Lehrhaus entstand, so liegt es daran, daß erst unter AbdurrahmansJ Herrschaft und Chasdai's Wesirat sich dort mehr Juden ansiedelten. Vgl. auch Harkavy, a. a. O., S. 39, Anm. 7. V Vgl. JQR., a. a. o,, s. 402, z. 11—12: ואנשי מקימך נקובי שם בחכמה ויצא לכם שם גדול כשם הגדולים אשר בארץ.

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