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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 84

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1912-01-01
Page
Seite 84 (sequence 5)
Language
German
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84 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. sich erstreckende lebhafte Verkehr ganz ohne Einfluß auf das geistige Leben der Juden in Spanien gewesen sein? in der Tat aber liegen uns schon aus der Blütezeit der Geonimperiode Belege für ein intensives Talmudstudium in Spanien vor. Eine alte Quelle will wissen, daß korrekte Talmudexemplare dort zuerst durch den im letzten Drittel des achten Jahrhunderts dahin verbannten Exilarchen Natronai ben Ghabibai verbreitet wurden, der die Gemara aus dem Gedächtnis niedergeschrieben habe1), und seit dieser Zeit hat es wohl auch in Spanien alte, durch ihre Lesarten wertvolle Talmud- Codices gegeben2). Ein sicherlich von dem suranischen Gaon Natronai ben Hilai (853) herrührendes, nach dem ausschließlich von Juden bevölkerten Lucena gerichtetes Responsum spricht von den dortigen Fragestellern als von Männern, die große Thoragelehrte sind und es mit den gesetzlichen Normen sehr genau nehmen8). Auch Amram Gaon spricht in seinem, kurze Zeit darauf für Spanien verfaßten Siddur von den 1J Vgl. hierüber Lewy, Jahresber. a. a. O., S. 29 und zuletzt Schor, Einleitung zu Juda ben Barsillai’s ם׳ העתים, S. XI und Poznanski, Harkavy-Festschrift, S. 219, Änm. X, der ausführt, daß unter מערב in der fraglichen Stelle des Scherirabriefes Spanien zu verstehen sei. Es ist aber bemerkenswert, daß auch Juda ben Barsiilais Relation im Jezirakomm., S. 103, ebenso wie die im Ta'am S’kenim S. 55a von dem Gaon Natronai spricht, allerdings mit der richtigen LA. מפרד für צרפת, und, daß bei ihm, im Gegensatz zu der Wiedergäbe im Ta’am S'kenim, in der Antwort Hais dieser Punkt der Anfrage gar nicht berührt ist. Vgl. jetzt hiezu auch Ginzberg, Qeonica I, S. 17—18, Anm. 2. 2) Vgl. Nachmani, Milchamoth a. a. O., wo er zuerst von den korrekten Talmudhandschriften aus Spanien und den Schulen Chuschieis und Chanaoaels spricht, dann aber nochmals bemerkt, daß er alte Lesearten in spanischen Talmudcodices zu Rate gezogen: ובן בנוסחאות ישנות של ספרד ראיתי. 3) Vgl. תשובות גאוני מזרח ומערב, ed. Müller, Nr. 26, s. 9a: תמה נדולה תמהנו, בדבר זה, חכמים נדולים שכמותכם בעלי תורה מדקדקים בדבי הלכה. Es ist uns unverständlich, wie Müller in Responsen der spanischen Lehrer, S. 22, Note 9, hieraus auf eine Unwissenheit der

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