Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829843-2829845-2847074--39316-2847159- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Kontroversen zwischen Juden und Christen, 63 Gepräge. Sie konnten ebensogut, und weit eher, von heidnischem Christenhassern, die darauf ausgingen, die evangelische Darstellung der Person und des Lebens Jesu zu karrikieren, erdichtet und verbreitet worden sein. Der platonische Philosoph Celsus hält es bloß unter seiner Würde, die unerquickliche Arbeit selbst zu leisten, und er halst sie lieber seinem Juden auf. Sicherlich waren diese Verunglimpfungen aus derselben heidnischen Quelle geflossen aus der die blutrünstigen Fabeln, die man sich in jenen Zejten von den Zusammenkünften der Christen erzählte, stammen. Von diesen wissen wir bestimmt, daß sie heidnischem Boden entsprossen sind. Wir erinnern uns, wie Justin und Tryphon sich darüber äußern. Justin sagt zu dem Juden Tryphon wörtlich: »Vielleicht werdet ihr auch unsere Lebensweise und unsere Gebräuche tadeln. Ich will damit nicht sagen, daß auch ihr von uns glaubt, daß wir Menschen verzehren und nach einer schwelgerischen Mahlzeit die Lichter auslöschen, um uns auf eine gesetzwidrige Weise zu vermischen: ihr tadelt bloß das an uns, daß wir uns an Lehren halten und Meinungen glauben, die ihr für unwahr haltet«1). — Darauf Tryphon: »Was man allgemein spricht, verdient keinen Glauben, denn es ist wider die tnenschliehe Natur«2). J) Dial. c. 10: . . , Touto s<7Ttv 8 p.7) xod'op.s'fcs, TOTCKTTSUXaTS ttspl U[/.G)V, 0T6 £<7\K0[/,SV . . . 7) (XOT() COOTO Y)(J.0W [JLOVOV, OTt TOtOtiTOtC T?p0G£)(0pl£V \601$ך X0l\ 06'/- 0); 0L£G־9׳S, 7׳TK7TSUOf/.£V S6E7). s) Das.: a . . Tuspt Ss <6v 01 ivdXkol \£06 &7ע\0ך •rcicTSitaai cifyw w6pp0> ^ap xs^oip^s /rfi; av&p0>7rfv7)<; <p6<JSto<;, Daß diese und ähnliche über die ersten Christen in Umlauf gesetzten blutrünstigen Fabeln heidnischer Provenienz waren, bestätigt uns auch der aus dem Heidentum zum Christentum bekehrte Octavius bei Minucius Felix. Der Heide Cäcil sagt hier, es sei ja allgemein bekannt, daß die Christen unter anderem auch ein Kind mit Mehl bestreuen, es mit vielen Wunden töten, sein Blut trinken und sich durch dieses Opfer verbinden. Worauf Octavius erwidert: Auch wir haben vordem