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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 60

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1912-01-01
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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60 Die Wortführer des Judentums in den ältesten ausgegeben und alles das von sich gerühmt, was die Nachweit in schwärmerischer Begeisterung ihm angedichtet. Was nur immer Feindseligkeit über die niedrige Herkunft und die Wirksamkeit Jesu ausgeheckt — wovon der Jude Tryphon bei Justin noch nichts weiß — wird hier zusammengetragen, aus Ranküne über das rücksichtslose Vorgehen der siegreichen Kirche gegen die Synagoge und als Reaktion gegen die von Wundern strotzende Darstellung der evangelischen Geschichte. Und so entsteht ein Zerrbild der von der Sage verklärten und vergötterten Gestalt Jesu. Die Verbitterung des Juden bei Celsus ist gar wohl begreiflich. Denn wir befinden uns jetzt in einer Zeit, in der sowohl die gnostische als auch die gnostisierende allgemeine Kirche die vollständige Trennung vom Judentum zu vollziehen, den letzten, das Neue Testament mit dem Alten noch verbindenden Faden zu durchschneiden, im Begriffe standen; Es steht außer Frage, daß anfänglich ein reger geistiger Verkehr zwischen Diasporajuden und Christgläubigen stattgefunden hat, etwa demjenigen ähnlich, wie er sich um die Mitte des zweiten Jahrhunderts zwischen dem heidninischen Christen Justin und dem Diasporajuden Try phon darstellt. Sicherlich wurden die ersteren nicht müde, auf die enge Verwandtschaft des Neuen Testaments mit dem Alten hinzuweisen, um einem vollständigen Bruch vorzubeugen. Was Wunder, daß sich in den Gemütern der gesetzestreu gebliebenen griechischen Juden allmälig tiefer Groll ansammelte, wenn sie alle Liebeswerbung an dem unentwegten Streben des antinomistischen Christentums: jede innere Beziehung zum Judentum zu lösen, scheitern sahen? Dieses Streben tritt schon ganz offen in dem gnostisierenden sogenannten Barnabasbrief zutage, der jede von den Juden versuchte Annäherung brüsk zurückweist. Da heißt es: »Nach den Worten des Jesaia soll das Volk des Sohnes Gottes eine ganz einfache Religion haben und

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