Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 10)
- Language
- German
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58 Die Wortführer des Judentums in den ältesten in der vorchristlichen griechischen Diaspora betreffs des Messias gehegt wurden, und die bei jeder Sekte eine andere Färbung angenommen hatten. Dabei wurde auch gezeigt, wie verschiedenartig die Auffassung war, die man von der Mission des Christ hatte. Eine dieser vielen tiefsittlichen Vorstellungen reproduziert uns hier Celsus. Sie ist ebensowenig seine eigene Erfindung wie die von dem Sohn Gottes, dem eingeborenen Logos. Denn sie lebte nachweisbar in den Köpfen eines großen Teiles der griechischen Diaspora. Schon in der Henochapokalypse erscheint der Auserwählte Gottes als Weltenrichter: der Herr der Geister setzt ihn auf den Thron seiner Herrlichkeit. Der Geist der Herrlichkeit ist über ihn ausgegossen, die Rede seines Mundes tötet alle Sünder, und sie werden alle vor seinem Angesichte vernichtet. Alle Könige, Mächtige, Hohe und die das Festland besitzen, erheben sich an jenem Tage, sehen und erkennen ihn, wie er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt, gerecht vor ihm gerichtet und kein Lügenwort vor ihm ausgesprochen wird. Da überkommt sie Schmerz, wie ein Weib, das in den Wehen ist, und dem es schwer wird zu gebären.— Und ein Teil von ihnen sieht den andern an, sie erschrecken, sind niedergeschlagen, von Schmerz ergriffen, wenn sie jenen Sohn des Weibes sehen auf dem Throne seiner Herrlichkeit sitzen. Und die Könige, die Mächtigen und alle, welche die Erde innehaben, rühmen und preisen und erheben den, der alles beherrscht. — Sie fallen vor ihm auf ihr Angesicht und beten ihn an, ihre Hoffnung auf jenen Menschensohn setzend und ihn um Barmherzigkeit anflehend. Und der Herr der Geister drängt sie von seinem Angesicht hinweg, und Schande und Finsternis wird gegen sie gehäuft. Und die Strafengel nehmen sie in Empfang, um Vergeltung an ihnen zu üben. — Und sie sind ein Schauspiel für die Gerechten und für seine Auserwählten. Diese werden gerecht werden an jenem Tage und werden das Angesicht