Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
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- Origen 1× ep/1025440
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56 Die Wortführer des Judentnms in den ältesten zulegen, obgleich manche von ihnen eine solche Auslegung ganz und gar nicht zulassen, da sie einfältig und fabelhaft sind. Die angeblichen Allegorien aber sind noch viel häßlicher und unsinniger als die Fabeln selbst. Und die Ausleger haben hier die unglaubliche Torheit begangen, Dinge mit einander zu verbinden, die sich durchaus nicht zusammenreimen lassen«1). Daß dieses Urteil sich auf die jüdisch-hellenistische, später vom Christentum übernommene Schriftauslegung bezieht, liegt auf der Hand. Das findet auch Origenes. »Ich vermute,« sagt er bei dieser Gelegenheit, »daß dies auf die Werke Philös oder auf einige noch ältere, wie jene des Aristobul ziele. Allein ich muß annehmen, daß er sie nicht gelesen, da sie nach meinem Bedünken überall sehr glücklich den Sinn treffen, so daß sich auch die griechisehen Philosophen darüber verwundern müssen«*). Allein gerade durch dieses abfällige Urteil, das nach ihm auch andere griechische Philosophen, so beispielsweise Porphyrius, ein Zeitgenosse des Origenes, teilen* * 8), verrät Celsus eine tiefere Bekanntschaft mit dem jüdischen Hellenismus, die er auch sonst bei jeder sich darbietenden Gelegenheit an den Tag legt. >) Orig. das. IV, 58, 50, 51. s) Das. IV, 51. 8) Euseb. H, E, VI, 19 ziliert aus der uns nicht mehr erhaltenen Schrift des Porphyrius *Gegen die Christen« folgende hierher gehörige Stelle: »Einige wollten sich von der Erbärmlichkeit der jüdischen Schriften nicht losmachen, sondern zogen es vor, eine Erklärung derselben zu finden und nahmen daher zu unzusammenhängenden, dem Text widersprechenden Erklärungen ihre Zuflucht, wobei sie nicht sowohl Fremdes verteidigten, als vielmehr ihrer eigenen Lehre Lob und Beifall zu verschaffen sich bemühten. Denn die klaren Worte Mosis geben sie großsprecherisch für Rätsel aus, verhimmeln sie als Aussprüche Gottes, verborgener Geheimnisse voll, verblenden durch solchen Dunst die Urteilskraft und führen so ihre Auslegungen ein ״.. Das ganze Wesen dieser Ungereimtheit kann man an einem Manne beobachten, mit dem auch ich in meiner frühesten Jugend zusammen-