Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
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- Origen 2× ep/1025440
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Kontroversen zwischen Jaden und Christen. 55 der Logos ist, so stimmen auch wir dem bei«1). Das aber ist unverfälscht jüdisch-alexandrinische Religionsphilosophie: die Logoslehre, wie sie schon bei Pseudosalomo, bei Aristobul auftaucht und zuletzt bei Philo zur markanten Entwicklung gelangt2 3). Zu dieser Lehre durfte sich ein pharisäischer Jude niemals bekennen; es wäre denn, daß er als ein Acher verketzert wurde. Mit vollem Recht bemerkt denn auch Origenes zu diesen Worten des Juden bei Celsus: »Ich aber, der ich viel mit (pharisäischen) Juden und ihren Weisen Umgang gepflogen, habe niemals von einem derselben das Zugeständnis vernommen, daß der Logos der Sohn Gottes sei«8). Dagegen ist nicht nur der Jude des Celsus, sondern sogar Celsus selber über den jüdischen Hellenismus, dessen nahe Verwandtschaft mit dem gnostischen Christentum er erkannt hat, genau unterrichtet, so daß Origenes von der Sicherheit seines Auftretens auf diesem ihm fern liegenden Gebiete sich überrascht zeigt4 * *). Mit der gleichen Sicherheit urteilt Celsus, allerdings wegwerfend, über die allegorische Auslegungsweise der Juden und Christen. Von der Sintflut beginnend, geht er die wichtigsten Erzählungen des Buches der Genesis durch und bemerkt dazu: »Über diese Dinge schämen sich die Intelligentesten unter den Juden und Christen, und beide versuchen, sie allegorisch aus- *) Orig. das.: ci; slys 6 T.oyo<; sstiv uutv uld? ׳roü •0-soö, y.'/i STTCUVOUflSV. ־) Vgl. Pseudosal. 9, 1—3; 18, 14—17. Bei Philo ist der Logos der erstgeborene Sohn Gottes, De sömn. I, 653; vgl. De agric. 1, 308 f.; der »reine und vollkommene Sohn Gottes«, den der Hohepriester, wenn er opfern ging, um Sündenvergebung zu erflehen, als Paraklet mit sich bringen mußte. Leg. alleg. II, 155. Vgl. De conf. ling. I, 427 u. a. St. 3) Orig. c. Cels. a. a. O.: ’Eyo> 8s xou oroXkot; ׳IouSocioi; xcu oo^oT; ye £rr<xyysXXo;/ivot; slvai 01i8svd? «z.^x.0« s77a1voOvto; ׳ro Xdyov sivoct ׳rdv üiov ׳roü ■8-soö. *) Das. IV, 2.