Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
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- Origen 1× ep/1025440
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54 Die Wortführer des Judentums in den ältesten Daß dieser Jude ein griechischer ist, kann nicht angezweifelt werden. Wir haben eben gesehen, daß Origenes, der seine Echtheit in Frage zieht, dies hauptsächlich damit motiviert, daß ein in der griechischen Literatur versierter Jude ein Unikum sei. Das aber trifft nur inbezug auf die rabbinischen Kreise seiner Zeit zu, in welchen er, wie er wiederholt versichert, verkehrt hatte. Und da kann es wahrlich nicht befremden, wenn er immer wieder über die griechische Bildung des Juden bei Celsus den Kopf schüttelt. »Er spricht« — sagt er ein andermal — »wie ein griechischer Gelehrter, oder doch wie einer, der sich in der griechischen Wissenschaft gründlich umgeschaut hat«1). Und wieder: »Ein Jude pflegt sich in der Regel um die griechische Literatur wenig zu kümmern«8). — Dagegen wundert sich ein Jahrhundert früher Justin Martyr nicht im mindesten über die griechische Bildung des Juden Tryphon. Er, der seine Bekehrung zum Christentum einem philosophierenden messiasgläubigen Juden verdankte und viel mit griechischen Diasporajuden verkehrte, fand nichts Auffälliges daran, daß dieselben griechische Bildung besaßen. Der stärkste Beweis jedoch für die jüdisch-hellenistische Herkunft des Juden bei Celsus liegt darin, daß er die jüdisch-alexandrinische Logoslehre nicht nur kennt, sondern auch sich zu ihr bekennt und die christliche als eine Profanierung davon hinstellt. Er wirft den Christen vor, daß sie durch Trugschlüsse zu der Behauptüng gelangten, statt des reinen und heiligen Logos, den sie für den Sohn Gottes halten, einen Menschen hinzustellen, der auf das schmählichste zum Tode geschleppt und gemartert wurde3); und fährt dann fort: »Ist es aber aufrichtig eure Meinung, daß der Sohn Gottes ‘) Orig. c. Gels. I, 67. *)• Das. II, 55. ») Das. II, 31.