Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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- Origen 2× ep/1025440
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Kontroversen zwischen Juden und Christen. -51 tums: die gnostische, auf die Kreise der Intelligenz suggestiv wirkende, und die nazaräische, im Auge. Gegen beide richtete er die stärksten Pfeile seines Geistes und Witzes, die Polemik derart methodisch gliedernd, daß er den Kampf gegen das jüdische Christentum einen Juden führen, ihn gegen seine ehemaligen, nunmehr zum Christentum bekehrten Glaubensgenossen auftreten und sie vom jüdischen Standpunkte aus angreifen läßt; während er selbst die ungleich bedeutendere Rolle übernimmt, das heidnische, auf gnostischer Grundlage aufgebaute Christentum von der Höhe seines philosophischen Standpunktes aus zu prüfen und kritisch zu zerfasern. Celsus’ Angriffe müssen stark gewirkt haben, wenn noch nach mehr als einem halben Jahrhundert Origenes, der bedeutendste christliche Theologe seinerzeit, sich gedrängt sah, sie zu widerlegen. Er verrät dies übrigens selbst. Zu Beginn des fünften Buches gegen Celsus entschuldigt er seine Weitschweifigkeit folgendermaßen: »Ich schreibe deshalb soviel, weil ich keinen von den Vorwürfen, die unser Widersacher gegen uns und gegen die Juden erhebt, ungeprüft lassen möchte. O daß meine Worte die Kraft besäßen, in die Herzen derer zu dringen, die etwa das Buch des Celsus lesen werden, u m sowohl die Pfeile aus demselben herauszureißen, mit denen die Menschen verwundet werden, die sich mit dem Rüstzeug Gottes nicht geschützt haben, als auch die Wunden, die dadurch verursacht wurden, und die es verursachten, daß diejenigen, die ihn lesen, nicht gesund im Glauben sind, durch geeignete Mittel zu heilen.« Celsus’ Schrift ist uns nicht erhalten geblieben. *Wir besitzen nur noch Bruchstücke davon, und diese verdanken wir ausschließlich der Widerlegung des Origenes, der, wie er versichert, »Stück für Stück aus der Schrift des Celsus wiedergibt, damit niemand Verdacht schöpfen könne, als hätte er einige Hauptstücke dieses Werkes überschlagen, weil er nichts darauf zu antworten gewußt 4*