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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 50

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Die Wortführer des Judentums in den ältesten Kontroversen zwischen Juden und Christen
Date
1912-01-01
Page
Seite 50 (sequence 2)
Language
German
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50 Die Wortführer des Judentums in den älteren Allerdings in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts, wo dem Christentum ein mächtiger Gegner in der Person des heidnischen Philosophen Celsus erstand, mit dessen tief ins Mark gehenden Angriffen wir uns jetzt ein wenig befassen wollen, beherrschte die gnostische Kirche noch den christlichen Boden, wenn sie auch freilich schon den Höhepunkt überschritten hatte, um bald darauf rapid zurückzugehen und der allgemeinen Kirche das Feld zu räumen. Als nun Celsus sein »wahres Wort« in die Welt schleuderte, da hatte er noch die beiden, im Vordergrund der christlichen Bewegung stehenden Formen des Christenhodie per'Iotas orientis synagogas inter Judaeos haeresis est, quae dicitür Minaeorutn et a Pharisaeis nunc usq ue damnatur, quos vulgo Nazaraeos nuncupant.— Die Ebioniten, eine andere Klasse Nazaräer, hegten noch am Ende des vierten Jahrhunderts eine solche Abneigung gegen die allgemeine Kirche, daß sie ihre Gotteshäuser nicht Kirchen sondern Synagogen nannten. Epiph. XXX, 18. —׳ Gleichwohl waren diese Sekten damals schon in völliger Auflösung begriffen. Sie fielen teils ins Judentum zurück, teils gingen sie im Christentum auf. Das lesen wir deutlich aus Augustin heraus. In einer Schrift gegen den donatistischen Grammatiker Cresconius (I, 31) erörtert er die Frage der Wiedertaufe der Ketzer und folgert also: Noch heate gibt es Häretiker, die sich Nazarener nennen, welche die jüdische Beschneidüng und die christliche Taufe haben. Und so wie sie bei ihrem Ü־hertritt zum Judentum nicht noch einmal beschnitten werden können, so müssen sie auch nicht, wenn sie zu uns kommen, abermals getauft werden. (Et nunc sunt quidam haeretici, qui se Nazarenos vocant, a nonnullis autem Symmachiani adpellantur et circumcisionern habent Judaeorum et baptismum Christianorum: ac per hoc quemadmodum siquis eorum ad Judaeos venerit, non potest iterum circumddi, sic cum ad nos venerit, non potest iterum baptizari.) —־ Die Kirche , hatte um. diese Zeit bereits bezüglich der Aufnahme der Nazaräer ihr Verhalten geregelt. Denn was Augustin hier lehrt, das war schon kirchliche Verordnung: cum haec facimus, sagt er ib. c. 33, quod universae jam placuit Ecclesiae ... Daß damals die Nazaräer auch Symmachianer genannt wurden, beweist, daß sie sich von den Ebioniten, die später auch Symmachianer genannt wurden, nicht mehr unterschieden. Vgl. Euseb. H. E. VI, 17.

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