Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1912-01-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829843-2829845-2847073--39288-2847132
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

36 Eine unbekannte jüdische Sekte. patron1 2); Überhaupt scheint dieser Erzengel in der älteren Angeiologie eine viel bedeutendere Rolle gespielt zu haben als in der spätem. So z. B. fungiert er in der Vita Adaea) XLV111 neben Michael als die zwei Engel, die Gott herabsandte, um Adam und Abel zu beerdigen. Bezeichnend für die hohe Stellung Uriels in der alten Angeiologie, sind die folgenden Worte, die Origenes — Kommentar zu Johan. II, 25; ed. Lommatosh 1, 147 — aus dem »Gebete Josefs«, einem bei den Juden seiner Zeit in hohem Ansehen stehenden Pseudepigraph zitiert. »Mein Name sprach Uriel zu Jakob hat den Vorrang vor dir und vor allen anderen Engeln.« Jakob freilich, heißt es dort, hat Uriel zurecht gewiesen, indem er ihm bedeutete, daß er selbst, Jakob, der Fürst der Engel sei, während jener, Uriel, der achte im Range nach ihm sei. Aber in der Behauptung Uriels schimmert noch die alte Vorstellung durch, wonach dieser Erzengel der Fürst aller himmlischen Wesen שר האורים sei. Es ist ferner höchst wahrscheinlich) daß der Erzengel Suriel סוריאל kein anderer sei als Uriel, indem סר <= שר) אוריאל regelrecht zu סוריאל geworden ist. Was nun die Stellung Suriels anbetrifft, so wird er im Talmud Berach. 58 a als שר הפנים »Engel des Angesichts« bezeichnet, jedoch wird 1) Blau, Jew. Enc. sub voce Uriel, verweist auf Num. R. II, 10, wonach Uriel der Engel wäre, der Israel die Torah vermittelte, jedoch ist wohl daselbst trotz Machiri, Isaia 73, der mit der Leseart der Ausgaben übereinstimmt, עליהם ומכפר zu lesen und nicht ומי עליו »durch ihn«, wie Blau übersetzt; und es ist daher höchst fraglich, ob die Namendeutung im Midrasch mit den Funktionen des Engels etwas zu tun hat. Sohar II, 78 a und 78 b behauptet, daß Uriel im Monat Siwan herrsche, und deswegen fand die Offenbarung der Torah in diesem Monat statt. An einer anderen Stelle des Sohar III, 32b~33־|a wird Uriel dagegen (?) mit dem auf dem Altar sich zeigendem himmlischen Feuer identifiziert. 2) Im Paralleltexte, in der griechischen Apokal. Moses XLIII sind es wieder drei ,Engel, die Evas Leichnam begraben, wohl Michael, Öabriel und Uriel, wie in der rabbinischen Legende beim Tode Moses. Vgl. Deut. R. am Ende,1 wo אוריאל זמצאל ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.