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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 28

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 28 (sequence 28)
Language
German
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28 Ludwig Philippson. Hamburger Tempeivereines, besonders dessen Umarbeitung des Gebetbuches, die von Seite der Orthodoxen mit großer Rücksichtslosigkeit bekämpft wurde. Beide Parteien wandten sich an die Öffentlichkeit. Zwölf Rabbiner, darunter Mannheimer, Geiger, Philippson verfaßten Gutachten zu Gunsten des Tempelvereins. Allerorten Streitigkeiten und Kämpfe! Umsomehr machte sich, zumal bei den Vertretern der mittleren Richtung, die Sehnsucht nach Einigung geltend. Und wieder gab ihr der bedeutendste unter ihnen, Philippson, tatkräftigen und praktischen Ausdruck. Den Gedanken Geigers von Rabbinerzusammenkünften aufnehmend und vervollständigend, erließ er am 15. Januar 1844 in der Allg. Zeitung eine Aufforderung an alle Rabbiner Deutschlands zur Abhaltung jährlicher Versammlungen. Nicht um Einzelheiten handle es sich, sondern um den ganzen Inhalt der israelitischen Religion, der in seiner Reinheit dargestellt und .bekräftigt werden solle, um ihn zugleich von tätlicher Starrheit und von zersetzendem Unglauben zu erlösen. »Alle sind geladen, alle sind verpflichtet, alle aufgenommen.« Der Aufruf fand Anklang aber nur bei den Freunden der Reform, die Orthodoxen hielten sich ferne und so war der eigentliche Zweck allerdings verfehlt. Die Bestimmung des Ortes wurde Philippson überlassen. Er wählte schon der Lage wegen Braunschweig und fand sowohl bei dem dortigen Landrabbiner, L. Herzfeld, wie bei den Vorstehern der Gemeinde das freundlichste Entgegenkommen. Als Eröffnungstag wurde der 12. Juni 1844 festgestellt. 24 Rabbiner aus allen Gegenden Deutschlands nahmen teil — Geiger erschien erst in der letzten, 11. Sitzung — den bayrischen Rabbinern war der Besuch von der Behörde verboten. Zum Vorsitzenden wurde Kirchenrat Dr. Maier aus Stuttgart gewählt. Die Verhandlungen wurden auf Antrag Philippsons, dem vom Vorsitzenden der Dank für seine Anregung und die Bemühungen um das Zustande-

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