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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 23

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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LudwigPhilippson. 23 die gewaltsame Auslegung des noachidischen Spruches (I. 9, 25 ff.) die sich durchaus nicht in der Geschichte nachweisen läßt öde# än die Erklärung des hohen Alters der ersten Menschen. Der Kommentar wie die Einleitungen und Schlußworte sind GesehichtSphilosophie aus einem jüdisched Gesichtswinkel, allerdings eine feste geschlossene Anschauung enthaltend, irrt einzelnen mit großem Scharfsinn aufgestellt und dargelegt, entsprechend den »Vorlesungen über die Entwicklung der religiösen Idee im Judentum, Christentum und Islam«. Selbstverständlich wird die vollständige innere und äußere Einheit des Pentateuchs gegenüber den Versuchen sie auseinander zu reißen,festgehalten, und selbstverständlich ergibt sich daraus zweitens, daß die historischen Teile reine Geschichte, nirgends Dichtung sind. Die fünf Bücher Mosis sind ein Produkt der mosaischen Zeit, Moseheh der Verfasser; aber zu weit geht die Behauptung, die an ihnen geübte Kritik gehe nicht bloß aus einem allgemeinen kritischen Bestreben hervor, sondern die Gegner Wollten mit der kritischen Vernichtung des Pentateuchs auch die Grandläge aller positiven Religion vernichten (vgl; Ges. Abh. II. 92). Das ist selbst nicht mehr berechtigte Kritik, denn sie greift ins persönliche Gebiet hinüber. Auch sonst hat es Philippsön sich oft allzuleicht gemacht; Entgegengesetzte Anschauungen werden, nicht einwandfrei, kurz zurückgewiesen, die chronologischen Angaben ais unzweifelhaft angenommen oder bisweilen kunstvoll als solche zu erweisen gesucht. Das Bibel Werk fand die größte Verbreitung, schon 1858 mußte eine zweite Auflage erscheinen und die Übersetzung wurde, vom Verfasser neuerdings durchgesehen, auch für die »Dore’sche Praehtbibel für Israeliten« Verwendet. Doch es ist Zeit, uns der politischen Tätigkeit Phi- Iippsöns zuzuwenden. Im Februar 1840 verschwand in Damaskus ein Mönch, Pater Thomas mit seinem Diener. Da es hieß, er sei zuletzt

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