Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829843-2829845-2847072--39272-2847117
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ludwig Philippson. 21 lichkeiten einseitig zu urteilen. Der wichtigsteWunsch aber ist, daß sie in dem Bestreben unermüdlich sei, sich einsichtsvolle Korrespondenten zu verschaffen; sie möge ebensowenig Klatscher, wie einseitige, befangene Menschen zu Berichterstattern haben, ebensowenig solche, die sich breit machen mit den kleinsten Vorgängen ihres Ortes, wie andere, welche entstellen aus persönlichen Zwecken... Je• doch alle diese Ausstellungen werden uns nicht zu einem falschen Urteile über den Wert und den Einfluß dieser Zeitung verleiten«, schließt Geiger, nachdem er so »superfein« den Pferdefuß gezeigt hat. Wir müssen übrigens später noch einmal auf dieses persönliche Verhältnis zurückkommen. Eine sehr starke Bewegung rief die Allgem. Zeitung gleich im ersten Jahre hervor, indem sie in Nr. 88 vom 24. Oktober einen Aufruf veröffentlichte, der zur Errichtung einer jüdischen Fakultät und eines jüdischen Seminars aufforderte. Schon 1835 hatte Philippson im Magazin den Wunsch nach Errichtung eines die Wissenschaft des Judentums überliefernden Rabbinerseminars ausgesprochen. Geiger hatte 1836 die »Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät« ein dringendes Bedürfnis genannt. Nun legte Philippson •in eindringlichster Weise die Zerfahrenheit der Synagoge, die Notwendigkeit einer gemeinsamen Anstrengung zur Herstellung ihrer Einheit, Würde und geregelten Tätigkeit dar. »Unsere Religion ist ohne Lehr- Stühle, unsere Gemeinden sind ohne Geistliche, unsere Schulen ohne Lehrer, unsere Jünglinge und Kinder ohne Unterricht.« Die Fakultät sollte an dem Sitze einer Universität unter dem Schutze oder der Teilnahme einer deutschen Regierung errichtet und zugleich zur Einrichtuhg eines Seminars geschritten werden. Selbst Geiger begrüßte diese Agitation aufs freudigste;; der Aufruf fand großen Beifall, sein Gedanke kam aber jetzt noch nicht zur Ausführung, obwohl nach einem Jahre

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.