Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ludwig Philippson
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
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Ludwig Philippson. 15* Nun begann eine rege Tätigkeit. Mit dem Unterricht an der Religionsschule, nach deren Muster bald andere in Norddeutschland errichtet wurden, nahm er es sehr ernst. Der »kleine Katechismus der israelitischen Religion« (1843)־ sowie der »kleine Katechismus der Geschichte Israels, der Bibelkunde, der Länderkunde des alten Palästina und der jüdischen Liturgik« (1844) sind die Früchte dieser Tätigkeit. Voll Liebe und Begeisterung wirkte er auch als Prediger und hielt zuerst in Preußen regelmäßige Predigten. Das »Israelitische Predigt- und Schulmagazin«, das von־ 1834—1836 in Magdeburg im Selbstverläge erschien, die erste regelmäßig erscheinende jüdische Monatsschrift, der Vorläufer und gleichsam die Kraftprobe für die spätere Allgern.. Zeitung des Judentums, war nach der oben (S. 13) erwähnten Schrift der zweite Versuch, den Glaubensgenossen in Wort, Schrift und Tat nützlich zu sein. Es sollte kräftiges Leben und wahrhafte Aufklärung erwirken, das religiöse״ geschichtliche und nationale Interesse der Juden anregen, die Verbesserung und Veredlung des Schulwesens, besonders des Religionsunterrichtes, fördern. Den Inhalt bildeten Predigten, Abhandlungen über die israelitische Religion,, über jüdische Geschichte und Literatur, kleinere belletristisehe Arbeiten, Kritiken usw., meist von Philippson selbst.. Das Magazin hörte zwar nach dreijährigem Bestände zu erscheinen auf, aber schon hatte der weitblickende, junge- Prediger einen anderen Plan gefaßt, den Plan, ein geistigesי Bindemittel für die gesamte Judenheit zu schaffen, einen Mittelpunkt und Sammelplatz für jedes jüdische Interesse. Ich habe im ersten Abschnitte versucht, die tiefgehende Bewegung, welche das Judentum in den dreißiger Jahren ergriffen hatte, kurz darzustellen. Jetzt trat Philippson auf den Plan.. Er war der Ansicht, der er schon im Magazin Ausdruck gegeben hatte, daß das wahre Lebe ns p r inz i p des Judentums die geschichtliche Entwicklung auf dem Boden der heiligen Schrift sei. »Das ge-