Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Ludwig Philippson
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829843-2829845-2847072--39267-2847112- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
16 Ludwig Philippson. schiChtficheJudentum mit seinem 1attüberkommenen Inhalt derWahrheit, des Rechtes und der Liebe, und mit seiner s tetigen tJniwan dl u ng' ih. Erscheinung und Form« war ihm das allein wirkliche Judentum1). Auch die dama• ligeh Zustände mußten also mit der Zeit in Einklang gebracht werden, aber auf dem Wege einer langsamen, begründeten Reform. Da nun Reformen sich nicht auf den In halt des fast dogmenlosen Judentums erstrecken könnten, da ferner das geistige Selbstbestimmungsrecht des einzelnen Juden fast jeder rechtlich bindenden Autorität entzogen ist, so konnten die Umgestaltungen sich nur auf das Gebiet des öffentlichen und gemeinsamen Gottesdienstes und überhaupt der Einrichtungen, die zur gemeinsamen Befriedigung des religiösen Bedürfnisses dienen, erstrecken. Aber wo ist auch hier die Autorität zu suchen, die bindend verpflichten kann? Es war und ist im Judentum nur die Gemeinde, die in dieser Beziehung autonom ist. Daher kann jede Reform nur von ihr, wenn auch nur für i h r beschränktes Gebiet ausgehen und in ihr zur Geltung gelangen. Hieher, auf das praktische Gebiet mußte demnach ״der Kampf verlegt werden, während Geiger, Frankel und Hirsch ihn auf wissenschaftlich-theologischem führten. Die tiefgehende Bewegung der Zeit verlangte gebieterisch einen Boden, von dem aus sie zur allgemeinen Kenntnis kommen konnte, Das, von Philippson mit seinem scharfen, Staunenswert praktischen Blick erkannt, veranlaßte ihn den rechten und wie die Zukunft erwies, auch erfolgreichen Weg zur Befriedigung des allgemeinen Bedürfnisses einzuschlagen. Er gründete die »A11 g e m e i n e Zeitung d e s Juden- ׳־tums«. Ara 4. März 1837 teilte er Phöbus seinen Plan mit, am 15. März hatte er über den Verlag mit der bekannten Baumgärtnerschen Buchhandlung in Leipzig den Vertrag abgeschlossen und bereits am 2. Mai desselben Jahres erschien die erste Nummer dieses »unparteiischen Organs *) Ausgeführt später in > Entwicklung der religiösen Idee usw.«