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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 13

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Ludwig Philippsön. 13 vollen Sachkenntnis sich höchst lobend ausspricht1 2 *). Noch an der Universität, begann der junge Studiosus auch seine später so fruchtbare Tätigkeit zunt besten seiner Glaubensgenossen; denn angeregt durch die Verhandlungen, die über die Emanzipation der Juden 1830 und 1831 in vielen StändevertretUhgen Deutschlands stattfanden, sowie durch das Auftreten Gabriel Rießers, veröffentlichte er unter dem Namen Ludwig Schragge8) die Abhandlung: »Wie verloren die Juden das Bürgerrecht im west- und oströmischen Reiche?«, in der er nachwies, daß die allmählichen Be- Schränkungen des ehemaligen vollen Bürgerrechtes der Juden ausschließlich aus religiösem Fanatismus hervorgegangen sind. Die Folgerungen für die Zustände der Gegenwart ergaben sich logischer Weise. Die Schrift wurde von einem Kritiker in den »Göttingischen Gelehrten Anzeigen« geradezu die beste Schrift genannt, welche zu Gunsten der Emanzipation der Juden erschienen sei. Aber das Goethesche: »Niemand wandelt ungestraft unter Palmen« mußte Philippsön doch auch an sich erfahren. Infolge der anstrengenden Arbeiten erkrankte er nicht unbedenklich, und erst ein längerer Aufenthalt bei seiner Mutter brachte Gesundung und Erholung. So war das Ende der Universitätszeit herangerückt. 1833 wurde er auf Grund der erwähnten Abhandlung über das Bürgerrecht der Juden von der Jenaer Universität zum Dr. phil. promoviert. Aber was nun? Es handelte sich um eine bestimmte Lebensstellung. Die Aussichten waren trübe. Er gedachte zwar sich als Privatdozent für Philologie zu habilitieren, aber dem Juden war die akademische Laufbahn verschlossen. Er faßte also als Ziel das Amt eines Seelsorgers und Predigers ins Auge, jedoch die regelmäßige deutsche Predigt *) Anhang, S. 461—483. 2) שרגא Licht, ein Name, der in der Familie seit alter Zeit gebräuchlich war. Oes. Abh. II, S. 376, Anm.

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