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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 7

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
56 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Ludwig Philippson
Date
1912-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Ludwig Philippson. 7 ■des Judentums, und die Untersuchungen darüber hellten wohl das ganze Gebiet auf, verscheuchten Vorurteile und beseitigten Irrtümer, beschränkten aber ihre Wirksamkeit auf die Gelehrten, brachten jedoch nicht neues Leben in die erstarrten Formen. Zu einem eigentlichen Kampf um Prinzipien war es noch nicht gekommen; es handelte sich bisher in der Hauptsache um die Form des Gottesdienstes. Als aber die jüdischen Theologen, die sich oft, wie z. B. Geiger und Philippson, schon an der Universität durch wissenschaftliche Leistungen hervorgetan hatten, nun anfingen, sich über ihren Beruf klarere Vorstellungen zu bilden und im Berufe selbst auf Mittel und Wege sannen, der verwahrlosten Religion aufzuhelfen, traten sie auch sofort auf den Kampfplatz, und die Gemeinden, die nach der ganzen Organisation des Judentums am unmittelbarsten berührt waren, nahmen lebhaften Anteil, da sie beim Abgang der Rabbiner der alten Richtung ihren Ersatz unter den neuen, gebildeten Theologen suchen mußten und fanden. So mußten sich drei Richtungen entwickeln: eine radikale, eine orthodox-konservative und die dritte, die positivhistorische, welche sich bestrebte, die richtige Mitte zu halten. Die erste Richtung fand ihren Vorkämpfer in dem tatkräftigen, gelehrten Und geistvollen Abr. Geiger, der den inneren Zwiespalt zwischen der alten Zeit und den neuen Forderungen der zeitgemäß gebildeten Theologen offen darzulegen den Mut hatte in der von ihm begründeten »Wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie.« Er meinte wie Zunz, jede Zeit habe die notwendig gewordene religiöse Entwicklung nach ihrem Geist und ihrem Willen durchzuführen; er erkannte als Grundlage einer solchen Neugestaltung nicht das Bedürfnis der Gesamtheit, sondern suchte dafür nach einer neuen Autorität und fand sie oder glaubte sie schaffen zu können in dem neuen Rabbinertum; daher seine Bestrebungen für die Begründung einer jüdisch-theologischen Fakultät und für

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