Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erwiderungen [Nachricht] / Jampel, Siegmund
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Erwiderungen. sultat des Verfahrens in 2X12 Sätzen angegeben ist, daß 2X12 Ende* aiissagen vom Träger des Aussatzes gemacht werden, daß diesen? 2X12 Schlußsätzen 2X12 Satzanfänge entsprechen, daß der Priester in 4X12 Handlungen funktioniert, daß er 70 Mal namentlich genannt ist, daß der Aussatzflecken 70 Mal namhaft gemacht wird, desglei* chen die Fristen 70 Tage ergeben, daß 12 Mal der zu Sühnende genannt ist? — Daß c. 15 zweimal 12 und wiederum zweimal 12 Fälle der Unreinheit aufzählt? — Daß c. 18 die Zahl der verbotenen Verbindungen 2X12 ist, daß 2X12 Mal die Blöße genannt ist? — Daß c. 19 4X12 (vielleicht!) Gebote und Verbote enthält? — Daß in c. 12 immer wieder die Zahl 12 auftritt? — Daß in c. 21, 22 gerade 12 Gebrechen des Priesters und 12 des Opfertieres gezählt sind? — — Und so zahllose Fälle, in denen immer wieder die Zahlen 12 und 70 wiederkehren. Der gegenwärtig noch mächtigen Richtung müssen meine Ergebnisse natürlich sehr fatal sein. Denn sie untergraben das Fun dament des ganzen Baues, die Quellenscheidung des Pentateuchs, die angeblich zu den allergesichertsten Resultaten der Bibelkritik gehört. Vielleicht glaubt man sie um so eher beiseite schieben, oder totschweigen zu können, als es sich ja um einen Outsider handelt. Aber die Tage der Herrschaft dieser Richtung sind gezählt. Eben erst hat sich wieder ein früherer namhafter Anfänger Prof. Eerdmanns in Leiden öffentlich von ihr losgesagt, während die entwicklungsgeschichtliche Theorie schon längst ihre Not hat, ihr Terrain zu verteidigen. Jedoch muß ich anerkennen, daß ein mit dem Pentateuch so gründlich vertrauter Forscher wie Holzinger bereits, wenn auch zögernd, den Anfang gemacht hat, sich mit meinen Ergebnissen abzufinden (Deutsche Literaturztg. 1910, p. 2319 f.). Besonders aber darf ich auf die Besprechung Bachers in der Or. Ltztg. 1909 p. 268 ff. hin weisen, der einzigen gründlichen und sachgemäßen, die bisher erschienen ist. Nach zahlreichen Beanstandungen von Einzelheiten schließt er: ich stehe nicht an, diese Nachweise System aiischer Zahlenverhältnisse im Text der pentateuchischen Gesetzes״ abschnitte als ein höchst überraschendes und merkwürdiges Ergebnis minutiöser Beobachtung anzuerkennen. Der Verfasser darf das Verdienst in Anspruch nehmen, als Erster »die im Text der Thora sich bergenden Zahlengeheimnisse enthüllt zu haben«. Daß auch die naive Gläubigkeit vor den Resultaten unserer Forschung erschrickt, verstehe ich, aber es ist nicht wohlgetan, vor ihnen gewaltsam die Augen zu verschließen. Nach meiner Oberzeugung ist die Auseinandersetzung mit der Bibelkritik ohne inner- ]ich unwahre apologetische Tendenz gegenwärtig die eigentliche: