Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erwiderungen [Nachricht] / Jampel, Siegmund
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Erwiderungen. 119 Lebensfrage für das Judentum. Auch über mangelnde »Ehrfurcht« zu jammern, hat keinen Zweck. Die Wissenschaft hat die Wahrheit zu ermitteln, nichts anderes. Wem dies schmerzlich ist oder pietätslbs erscheint, der tut freilich besser, davonzubleiben. Immerhin sei aber bemerkt, daß die despektirlichen Redensarten von dem »Elaborat eines an Zahlensucht leidenden Skribenten, dessen mathematische Kenntnisse das Niveau eines Volksschülers nicht überschritten haben«, nicht bei mir zu finden sind, sondern nur in dem Referat des Herrn jampel. Daß meine und meiner Vorgänger Untersuchungen mit den kabbalistischen Zahlen- und Buchstabenspielereien alter und neuester Zeit nichts zu tun haben, brauche ich wohl kaum zu sagen. (Ein höchst ergötzliches Beispiel hat neuestens Steuernagel ZAW. 1910, p. 10 f. geliefert). B. Jacob. * Darauf antwortet Herr S. Jampel: Die Überschrift: »Neueste exegte tische Methoden« wollte nur die verschiedenen Literaturerzeugaisse, die besprochen werden sollten, unter einen möglichst passenden Hut bringen. Da mit Ausnahme des Herrn Jacob die c. anderthalb tausend Leser keinen Anstoß daran genommen haben, so beweist sein vereinzelter Widerspruch, daß im allgemeinen das Richtige getroffen war. Auf ihn und seine Arbeit bezieht sich übrigens — was er sorgfältig verschweigt — die Sonderüberschrift: »Die arithmetische Meihode« und da er gegen diese nichts einwendet, so ist sie offenbar mit der gewählten Bezeichnung richtig charakterisiert. Auf seine weiteren Ausführungen einzugehen, erübrigt sich umsomehr, als alles, was er hier sagt, bereits in seinen Büchern steht und er nicht das mindeste N euebeibringt. Über die Anschauungen, die er mir im ersten Teil seiner Entgegnung zuschreibt, habe ich mich noch nie in der Öffentlichkeit geäußert. Alle seine Geschosse fliegen demnach einfach über mein armes Haupt hinweg. Was aber ich über seine Darlegungen kritisch gesagt habe, kann ich Stück fiir Stück beweisen. Ich habe u. a. gesagt, daß die »von ihm nachgewiesenen Zahlen nicht immer ohne weiteres stimmen«. Man liest z. B. bei ihm Pentateuch, S. 17: »ויחי mit folgender Jahreszahl« findet sich nur an vier Bibelstellen. Es steht aber an fünfen, vgl. II, Kö. 14, 17. Mit »Bruchteilen von Jahren zu rechnen«, meint er S. 18, »kann nicht die Absicht [der Bibel] sein«. Vgl. aber Ri. 19, 2. 20, 47. L Sa. 27, 7. II. Sa. 2, 11. 5, 5. 6, 11. 24, 8. I. Kö. 11, 16. II. Kö. 15, 8. 23, 31. 24, 8. I. Chr. 3, 4. 13, 14. 21, 12. II. Chr. 36, 2. 9. Rechnet