Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erwiderungen [Nachricht] / Jampel, Siegmund
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Erwiderungen. 117 ist nur das bestätigende Siegel und allerdings geeignet, jene Erwägungen noch erheblich zii verstärken und die letzten.Zweifel .zuי beseitigen. Umgekehrt wird, wer aus dogmatischen Öninden an der Geschichtlichkeit unter allen Umständen festzuhatteä entschlossen ist, von keinem künstlichen System etwas wissen wollen und liege es auch sonnenklar am Tage. Für ihn sind die aufgedeckten Verhältnisse immer »Zufall«, wenn auch ein merkwürdiger Zufall, er wird sich auf andere zufällige Zahlenverhältnisse berufen . u. dgl. mehr. Für wen Adam tatsächlich 930, Set 912, Enosch 905, Methusalem 969 Jahre alt geworden ist, der darf meine »neueste« Metfiode natürlich ebensowenig gelten lassen als die meiner Vorgänger. Es bleibt höchstens ein Ausweg, der in der Tat schon beschritten worden ist, wo nian sich der frappanten Arithmetik ehrlicher Weise nicht entzog: die Annähme einer von Gott prästabilierten Zahlenharmonie. Ebenso wie mit der Geschichte., d. i. der Chronologie und Genealogie, verhält es sich mit dem Gesetz des Pentateuchs. Daß die Stiftshütte mit ihrem ganzen Apparat, so wie sie im Pentateuch beschrieben wird, ein Phantasiegebilde ist, steht der Kritik gleichfalls langst fest. Ich habe nur zuguterletzt nachgewiesen, wie auch ihre Konzeption von gewissen Grundzahlen beherrscht wird. Übrigens behaupte ich trotzdem, daß die Beschreibung kein reines Phantasiegebilde in dem Sinne ist, daß der Verfasser, losgelöst von jeder Wirklichkeit, sich all diese Dinge ausgedacht hat. Seine Darstellung ist die konsequente Idealisierung und systematische Vereinfachung eines tatsächlich geübten Kultus, nicht eine geschichtliche freie Be- Schreibung (S. 345). Tiefer in die Exegese greifen die »Abzähluhgen in den Gesetzen der Bücher Leviticus und Numeri« ein, die ich 1908 in einer besonderen Arbeit veröffentlicht habe, um die Zahl in den Gesetzen, deren Untersuchung meine weitere Aufgabe wäre, vorweg zu erledigen. Allein auch hierin war ich nicht ohne Vorgänger. Bereits vor siebzig Jahren hat Bertheau in einem umfangreichen Buche: »Die sieben Gruppen mosaischer Gesetze« eine zahlenmäßige Ordnung des ganzen Gesetzesstoffes מ achzuweisan versucht. Warum er scheitern mußte, habe ich in meiner Arbeit einleitend angedeutet. Will inan es aber auch ferner noch reinen Zufall nennen, daß, wie ich aufgedeckt habe z. B. in Lev. 11 gerade 3^12 Tiere genannt sind? diaß es 12 mal heißt: »unrein sei es euch«, daß 2y02 die Wörter Unrein oder Kein Vorkommen, daß die Zahl der speziellen Unreinheiten (c. 31—38) gerade 12 ist? — Daß in c. 13, 14 (der Äussaiz) es 2><12 Fälle sind, iu denen der Priester auf Rein oder Unrein entscheidet, daß das Re״